Gott schickt Eva

BUHWIL ⋅ Der Theaterverein Eisbrecher steckt mitten in den Proben für die nächste Aufführung. Im Februar feiert das Ensemble mit «Adams Eva» Premiere.
16. Dezember 2017, 05:19
Monika Wick

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Normalerweise steht Jessica Beck mit beiden Beinen im Leben und verdient als Dentalassistentin ihren Lebensunterhalt. In ihrer Freizeit frönt sie einem speziellen Hobby: Die 28-Jährige spielt leidenschaftlich gerne Theater und schlüpft in Rollen, die ihrem Naturell eigentlich nicht entsprechen. Zum Theaterspielen ist sie durch ihre Mutter Ursula gekommen. «Sie hat selber 40 Jahre lang Theater gespielt, und so war ich schon als kleines Kind immer mit dabei», erklärt sie lachend.

Jessica Beck mimte schon die dümmliche Tochter eines Imbissbudenbesitzers und die mutmassliche Geliebte eines Rentners. Seit Anfang Oktober ver- innerlicht sie die Rolle der Eva in der Komödie «Adams Eva», die der Theaterverein Eisbrecher im Februar in Kradolf, Neukirch an der Thur und Erlen aufführen wird. Das Stück erzählt die Geschichte von Adam Moser, der Eva in seinem Wandschrank auffindet. Eva behauptet, dass Gott sie geschickt habe, um mit ihm die Welt zu retten. Adam vermutet, dass ihm sein Freund Mark Matthieu einen Streich spielen will. Bevor er den Verstand zu verlieren droht, bittet Adam seine Freundin, die Psychologin Marlen Oppliger, um Hilfe.

Die Texte sitzen bei Cosimo Palmitessa, Jessica Beck, Thomas Greuter, Nadine Steiner, Karin Bernold, Urs Baumgartner, Katharina Zaiser, Yvonne Müller und Peter Eggmann noch nicht perfekt. Bei den Proben ist das Ensemble noch auf die Hilfe von Souffleuse Ursula Beck angewiesen. Auch die Bewegungsabläufe werden noch optimiert. Dazu beobachten die Regisseure Jacqueline Rutishauser und Thomas Bichsel das Geschehen auf der Turnhallenbühne genau. Und sie notieren sich jene Dinge, die sie anmerken wollen. «Denkt daran, dass ihr laut und deutlich und vor allem schön langsam sprecht», ermahnt Thomas Bichsel, der über viel Regieerfahrung verfügt.

Es wird nichts dem Zufall überlassen

Jacqueline Rutishauser ist ein Neuling in Sachen Regie. Nachdem die Pflegehelferin elfmal bei den «Eisbrechern» Theater gespielt hatte, wollte sie eine Pause einlegen. «Gleichzeitig konnte ich mir aber auch nicht vorstellen, nicht dabei zu sein», erklärt sie den Seitenwechsel. Neu zum Ensemble ist Thomas Greuter gestossen. Er verkörpert Adams Freund Mark Matthieu. Thomas Greuter verfügt über jahrelange Theatererfahrung. Nach Engagements beim Kolping-Theater Kreuzlingen, der Bühne Lengwil und beim Theater Münsterlingen plante er eine Pause. «Ein Anruf von Cosimo hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagt er augenzwinkernd.

Die Theaterproben dauern noch bis Ende Januar. Dann gibt man dem Stück während eines intensiven Probenwochenendes den letzten Feinschliff. Fest steht, dass sich die Zuschauer auf eine Komödie freuen dürfen, die sowohl das Herz berührt als auch die Lachmuskeln strapaziert.

Aufführungsdaten

www.thv-eisbrecher.ch


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