Frisch auf den Tisch

ST.PELAGIBERG ⋅ Nach ersten Versuchen im eigenen Garten pflanzt Familie Grob bereits im dritten Jahr Süssmais an. Damit hat sie in der Region eine Pionierrolle übernommen.
13. September 2017, 07:16
Trudi Krieg

Trudi Krieg

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Alle kennen die goldgelben, knackigen Maiskörner, die jeden Salatteller und jedes Salatbuffet farblich bereichern. Doch diese wachsen so wenig in der Dose wie die Milch aus der Tüte kommt. Seltener noch als in Dosen findet man Süssmais als ganze Kolben abgepackt beim Detailhändler.

Nur wenige Leute kennen den Süssmaiskolben, wie er an der Pflanze wächst. Familie Grob produziert auf einem 25 Aren grossen Feld auf ihrem Betrieb bei der Rothenbrücke bei St.Pelagiberg Süssmais. Ein Schild mit der Aufschrift «Süssmais zum Selbstpflücken» weist von St.Pelagiberg Richtung Häggenschwil kommend auf der rechten Strassenseite vor der Rothenbrücke darauf hin.

Süssmais unterscheidet sich vom Futtermais

Im Feld wird deutlich, wie sehr sich Josef Grob schon mit dieser Pflanze beschäftigt hat. Er weiss viel zu erzählen. Zum Beispiel, dass die Kolben durch Wind- bestäubung befruchtet werden. Hierzulande wird Mais vor allem als Tierfutter verwendet. In weiten Teilen der Welt ist er aber ein wichtiges Nahrungsmittel.

Süssmaissorten sind weniger hochgezüchtet als Futtermais. Der Umbau von Zucker zu Stärke geschieht beim Süssmais verzögert. Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die Narbenfäden oben am Kolben braunrot eingetrocknet sind und die Zuckermaiskörner ihre endgültige Grösse erreicht haben, im Innern aber noch weich sind. Dieses Stadium wird auch Milchreife genannt. Um die Reife zu prüfen, kann man den Kolben an einer Seite vorsichtig von den Hüll- blättern befreien und mit dem Fingernagel ein paar Körner aufkratzen. So geerntet, kann man die Körner roh knabbern oder die Kolben grillieren oder dampf- garen. Beim Grillieren empfiehlt es sich, die grünen Lieschen am Kolben zu lassen, damit die Körner nicht schwarz werden. Lässt man die Kolben ganz ausreifen, werden die Körner hart und können zu Mehl gemahlen werden.

Wärme ist eine Grundvoraussetzung

Im Anbau stellen die verschie- denen Maisarten ungefähr die gleichen Ansprüche. Mais ist sehr wärmeliebend. Zuckermais braucht jedoch etwas weniger Dünger als Futtermais. Der Boden sollte tiefgründig sein. Im Herbst werden die verbleibenden Stängel untergepflügt und bilden so wiederum Humus. Wegen der Fruchtfolge werden Tobias und Josef Grob nächstes Jahr den Mais jedoch auf einer anderen Parzelle anpflanzen.


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