Flammenspiel

HAUPTWIL ⋅ Der Kochclub Kochlöffel lud zur traditionellen Dorfmetzgete ein. Das Interesse war gross. Mehr als 400 Gäste liessen sich in der Mehrzweckhalle kulinarisch verwöhnen.
02. November 2017, 05:19
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Die Küche ist an diesem Abend ganz das Territorium der Männer. Acht Hobbyköche stehen am Herd und haben alle Hände voll zu tun. Es riecht nach Sauerkraut, Rösti, Blutwurst und flambierter Leber. Der Hauptwiler Kochclub Kochlöffel hat am Samstag zur traditionellen Dorfmetzgete à discrétion eingeladen.

«Unterstützung erhalten wir heute Abend von unseren Frauen und ein paar Kollegen – insgesamt sind es 22 Personen», sagt Peter Rutz, Kassier des Kochclubs und Festwirt. Ohne Frauen gehe es an diesem Anlass gar nicht. «Ansonsten sind wir aber ein reiner Männerclub – lauter Hobbyköche», betont er.

Roman Germann ist seit sechs Jahren Mitglied im Kochclub. Gekonnt zelebriert der Informatiker die Zubereitung der Schweinsleber vor den Gästen. Mit einem Schuss Brandy flambiert er das kurz angebratene Fleisch und zieht mit dem effektvollen Flammenspiel manche Blicke auf sich. «Ich koche und esse gerne», erzählt Roman Germann und ergänzt, dass er stets am Wochenende zu Hause am Herd stehe. Im Kochclub werde immer wieder einmal etwas Neues ausprobiert. «Wir haben schon Bananen-Chili-Suppe gekocht», ergänzt Peter Rutz lachend.

Die Männer des Kochclubs treffen sich einmal monatlich und kochen zusammen einen Vier- oder Fünfgänger. Ein besonderer Anlass sei die traditionelle Dorfmetzgete, an der für die Bevölkerung gekocht wird. «Damit möchten wir auch einen Beitrag zum Gemeindeleben leisten», führt Peter Rutz aus.

Die Idee entstand nach einer Feuerwehrübung

Früher habe der Damenturnverein Türmli zusammen mit Metzger Zellweger den Herbstanlass, der inzwischen weitherum bekannt ist, durchgeführt. Seit Werner Zellweger sein Geschäft vor sechs Jahren weitergegeben hat, liegt die langjährige Tradition in den Händen des Kochclubs. Werner Zellweger steht an diesem Abend trotzdem in der Küche. Denn er war schon Gründungsmitglied des Kochclubs Kochlöffel, damals vor 26 Jahren.

Die Idee sei damals nach einer Feuerwehrübung beim gemütlichen Beisammensein entstanden, erinnert sich der frühere Hauptwiler Metzger. Die Kameradschaft im Club und gutes Kochen bedeuten ihm viel. «Daheim bin ich für die Fleischzubereitung zuständig und meine Frau Martha für die Beilagen», verrät Werner Zellweger.

Michaela Frehner aus Flawil besucht zusammen mit ihrer Familie zum ersten Mal die Hauptwiler Metzgete. Sehr fein sei es, «wirklich mega fein», doppelt sie nach. Ganz besonders schmecke ihr der Schinken, so saftig sei er. «Man bekommt einfach alles, was zu einer Metzgete gehört. Und zudem kann so viel gegessen werden, wie der Magen begehrt», zeigt sie sich erfreut.

«Wenn du an eine gute Metzgete gehen willst, musst du nur nach Hauptwil kommen», meint Werner Strebel und lacht. Der Hauptwiler war schon einmal an der Dorfmetzgete. Weil es ihm bereits beim ersten Besuch gemundet hat, ist er in diesem Herbst wieder gekommen. «Die flambierte Leber war eine wahre Gaumenfreude», schwärmt er.

Spät abends zieht Peter Rutz eine positive Bilanz: «409 Gäste durften wir in diesem Jahr bekochen. Es war wiederum ein geselliger und harmonischer Anlass.»


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