Faszinosum der Töne

ZIHLSCHLACHT ⋅ Mit der Eröffnung des Pro-Humanis-Klangparks sind die Standortgemeinde und der Thurgau um eine Attraktion reicher. Elf Objekte laden die Besucher ein, in verborgene akustische Sphären einzutauchen.
04. September 2017, 07:06
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Es regnete und der Himmel war bedeckt. Für Peter Grau schien am Samstagvormittag dennoch die Sonne. Der Präsident von Pro Humanis, Gönnervereinigung Neurorehabilitation Zihlschlacht, hatte die Eröffnung des von ihm initiierten Klangparks herbei- gesehnt und konnte dieses Ereignis nun mit zahlreichen Gästen feiern. Bemerkenswert: Von der Geburtsstunde der Idee bis zur Realisierung des Projekts sind keine zwei Jahre verstrichen.

Im Zelt, in dem die Festgemeinde vor den Niederschlägen Zuflucht genommen hatte, gab Grau seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Klangpark für neuro- logische Erkrankungen sensibi- lisieren und Betroffene auf ihrem Weg der Rehabilitation ermutigen möge. Grau betonte den Charakter des Klangparks: «Er soll allen offenstehen und zu einem Ort der Begegnung werden.»

Als Projektleiterin hat Caro- line Zollinger massgeblich zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen. «Das Ziel hat darin bestanden, die Objekte so in die Anlage zu integrieren, dass jedes Werk optimal zur Geltung kommt.» Ihre Bedenken, dass es schwierig sein könnte, mit so vielen Individualisten zusammenzuarbeiten, hätten sich nicht bewahrheitet.

Die Geschäftsführerin der Rehaklinik Zihlschlacht, Michèle Bongetta, sprach von einer intensiven Projektierungsphase und streute allen, die das Gelingen ermöglicht hatten, Rosen: «Die grosse Arbeit hat sich gelohnt, der Klangpark ist fantastisch.» Peter Schumacher, Leiter des Wohnheims Sonnenrain, freute sich, dass in einer immer lauter werdenden Welt ein Ort geschaffen worden sei, an dem die feinen Töne zur Geltung kommen. Sein Hochgefühl fasste er so zusammen: «Der Klangpark ist der Hammer!» Im Namen der Kunstschaffenden ergriff Aurelio Wettstein das Wort. Der Bischofszeller berichtete von den klaren Vorgaben, die den Kunstschaffenden aber dennoch genügend Freiraum gelassen hätten. «Die Vielfalt der entstandenen Werke begeistert mich», sagte Wettstein.

Heidi Grau hatte das Privileg, in einer Doppelfunktion sprechen zu können. Als Grossratspräsidentin sei sie glücklich, dass der Klangpark im Thurgau verwirklicht worden sei, und als Gemeindepräsidentin freue sie sich, dass den Anstoss dazu ein ein- heimischer Verein gegeben habe. Die «Erlebnisgemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf» erfahre dadurch eine weitere Aufwertung.

Auf einem Rundgang hatten die Gäste Gelegenheit, sich die Objekte von den Kunstschaffenden erklären zu lassen. Zum Abschluss trafen sich alle wieder im Festzelt, wo zu den Klängen der Swiss-German Dixie-Corporation ein Apéro offeriert wurde.


Leserkommentare

Anzeige: