Erneut Blaulicht beim Stadthaus

AMRISWIL ⋅ Die Stadt möchte das alte Feuerwehrdepot umbauen. In den denkmalgeschützten Teil sollen die Rettungsdienste einziehen, die alte Einstellhalle hingegen wird einem Neubau weichen.
30. August 2017, 05:18
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Geht es nach dem Stadtrat, wird in absehbarer Zeit wieder mit Blaulicht und Sirene aus dem Annexbau des Stadthauses ausgefahren. Doch werden das nicht mehr Fahrzeuge der Feuerwehr sein, sondern die Krankenwagen des Rettungsdienstes 144. Rund 670000 Franken möchte die Stadt in den Umbau des denkmalgeschützten Annex-Baus investieren.

Keine sinnvolle Verwendung sieht die Stadt hingegen für die ehemalige Einstellhalle der Feuerwehr. Sie soll einem Neubau weichen, der einerseits Räumlichkeiten für die derzeit extern untergebrachten Sozialdienste bieten und andererseits den prekären Platzverhältnissen bei der Bauverwaltung ein Ende bereiten soll.

Die Reaktionen auf das Projekt waren positiv

Das Neubauprojekt, das aus der Feder des Amriswiler Architekten Rolf Schulthess stammt, ist der Bevölkerung bereits vor einigen Monaten vorgestellt worden. Es ging aus einem Architekturwettbewerb hervor und erwies sich als jenes Projekt, das sich am besten in die bestehende Konstellation einfügt. Die überwiegend positiven Reaktionen auf die Projektvorstellung zeigten, dass die Jury gut gewählt hat. Inzwischen liegen genauere Berechnungen darüber vor, was der Neubau kosten würde. «Wir haben mit einer Bausumme von leicht unter vier Millionen Franken gerechnet», gibt Stadtpräsident Martin Salvisberg an der Presse- und Parteienorientierung vom Montagabend zu. Die Berechnungen zeigen nun aber, dass mit einer Bausumme von 4,7 Millionen Franken gerechnet werden muss. Eine vertretbare Summe angesichts der Vorteile, die der Neubau der Stadt bringen wird.

Die Anordnungen der Büros der sozialen Dienste lassen nämlich den Einbau sinnvoller Sicherheitsmassnahmen zu. Etwas, das heute noch nicht überzeugend gelöst ist. «Es wäre sehr schlimm, wenn einem unserer Mitarbeiter etwas passieren würde», betont Martin Salvisberg.

Getrennte Vorhaben, gemeinsame Abstimmung

Bei den beiden Projekten handelt es sich zwar um an sich getrennte Vorhaben, sie gelangen jedoch gemeinsam zur Abstimmung. Martin Salvisberg sagt, dass die Verwendung des alten Feuerwehrdepots auch unterschiedlich beurteilt werden könnte. «Es kann sein, dass jemand für den Umzug der Rettungsdienste ist, aber gegen die Erweiterung des Stadthauses», sagt er. Deshalb wolle man nicht einen Gesamtkredit beantragen.

Die Stadt sei sich dessen bewusst, dass das Kreditbegehren zu einer Zeit erfolge, in der andere Grossprojekte wie der Bau der neuen Sporthalle und das Garderobengebäude noch nicht umgesetzt seien. Die Rettungsdienste sollen jedoch nach Möglichkeit eine neue Lösung haben, bevor die neue Migros im Zentrum fertig gestellt und die Strassen durch den Verkehr blockiert sind.


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