Er will Althergebrachtes prüfen

BISCHOFSZELL ⋅ Nach der Sportwoche hat der 51-jährige St. Galler Michael Knechtle seine Stelle als Schulleiter der beiden Schulhäuser Hoffnungsgut und Kenzenau angetreten.
13. Februar 2018, 05:18
Werner Lenzin

Werner Lenzin

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Im Anschluss an eine halbjährige Übergangszeit hat Michael Knechtle die Nachfolge von Jean-Philippe Gerber als Schulleiter für die beiden Schulhäuser Hoffnungsgut und Kenzenau angetreten. Welches ist für ihn die Motivation, von einer Zürcher Stadtschule in den ländlichen Kanton Thurgau nach Bischofszell zu wechseln? «Ich möchte wieder eine überblickbare Schuleinheit in einem kleineren Rahmen leiten und bevorzuge den kürzeren Arbeitsweg», sagt der neue Schulleiter.

Er freut sich, in der schönen Stadt Bischofszell ein Tätigkeitsfeld gefunden zu haben und betont: «Schon während des Vorstellungsgesprächs spürte ich die spannende Ausgangslage, die gute Zusammenarbeit und den Austausch eines Schulleiter-Kollegiums. Michael Knechtle erachtet es als eigentliche Chance, inmitten des laufenden Schuljahres diese Aufgabe zu übernehmen. «So bleibt mir genügend Zeit, mich Schritt für Schritt einzuarbeiten, den Schulbetrieb laufen zu lassen und die Planung des neuen Schuljahres aufzugleisen», sagt er.

Es sollen auch Neuerungen einfliessen

Möglichst schnell möchte er auch alle Lehrpersonen und Schüler kennenlernen und gemeinsam mit den andern Schulleitern und dem Leiter Pädagogik die Schule Bischofszell weiterentwickeln, dies auf der Plattform des neuen Lehrplans der Volksschule Thurgau.

Für Michael Knechtle bietet der neue Lehrplan aber auch die Chance, das ganze Thema Beurteilung (Prüfungen und Zeugnisse) zu beleuchten und Neuerungen einfliessen zu lassen. Das nicht nur im Schulalltag, sondern auch im Bereich der Mitarbeiterbeurteilung. «Es muss uns gelingen, zusammen mit der Behörde der Volksschulgemeinde Bischofszell und dem ganzen Team Althergebrachtes und fest Zementiertes zu hinterfragen und zu beleuchten.» Das ist Michael Knechtle sehr wichtig. Auch das Entwickeln einer gemeinsamen Haltung des Teams, so etwa bei der Frage, wie man den Jugendlichen gegenüber auftritt, und sie partizipieren zu lassen tragen für den neuen Schulleiter viel zum guten Gelingen bei. Als längerfristigeres Ziel möchte er auch die Elternmitarbeit fördern. Für Michael Knechtle trägt ein direkter Austausch mit engagierten Eltern viel zum Wohle der ganzen Schule bei. Und das Wichtigste für ihn: «Fröhliche und glückliche Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler.»

Ziel erreichen und überprüfen

Corinna Pasche, Schulpräsidentin der Volksschulgemeinde Bischofszell, erachtet die Personalführung von Lehrpersonen und Hauswarten als wichtigste Aufgabe des neuen Schulleiters. Für sie ist er ein bedeutendes Bindeglied zwischen den Lehrpersonen, den Eltern und den Schülern.

«Eine wichtige Herausforderung mit Blick auf den neuen Lehrplan ist das Überprüfen der erreichten Ziele.» Für die Schulpräsidentin darf allerdings jede Schulleiter-Einheit innerhalb der Volksschulgemeinde Bischofszell individuell unterwegs sein und es dürfen auch verschiedene Modelle Platz haben. «Unsere Mitarbeitenden sind das höchste Gut und es liegt letztlich in der Verantwortung des jeweiligen Schulleiters, dass wir zusammen mit zufriedenen Lehrpersonen unsere Schule weiterentwickeln können», davon ist die Schulpräsidentin überzeugt.

Die Schulpräsidentin hebt hervor, dass Magnus Jung, Leiter Pädagogik und damit für den gesamten pädagogischen Bereich zuständig, ein wichtiges Bindeglied zwischen operativem und strategischem Bereich ist. Mit diesem System hat Bischofszell neue Wege beschritten.


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