Energiepolitisch geht’s vorwärts

BISCHOFSZELL ⋅ Doppelter Grund zur Freude: Am Samstag wurde die Bitzi-Solaranlage eingeweiht und das Label Energiestadt erneuert.
08. April 2018, 17:44
Christof Lampart
Thomas Hirt, Geschäftsleiter der Technische Gemeindebetriebe Bischofszell (TGB), konnte vor 50 Personen freudig mitteilen, dass bereits 80 Prozent der 537 Quadratmeter grossen Dachfläche verkauft werden konnten. Thomas Peterhans, Geschäftsführer der Pezag Elektro AG, dankte, dass seine Firma – zusammen in einer Arbeitsgemeinschaft mit der Kurt Büchler AG und Elektro Niklaus AG – die Arbeiten ausführen durfte. Dass drei Bischofszeller Unternehmen mit dem symbolträchtigen Bau beauftragt worden seien, sei ein gutes Zeichen für das lokale Gewerbe.
 

Fehlermeldung geht sofort raus

Rückblick: Im November 2017 wurden die Aufträge vergeben, Ende Januar 2018 mit dem Bau angefangen und bereits Ende März 2018 konnten die 326 Solarmodule Ökostrom produzieren. Die übers Jahr produzierte Strommenge reicht aus, um elf Einfamilienhäuser zu heizen. Je zwei Panel sind mit einem Optimizer ausgestattet; dieser sendet an die TGB sofort eine E-Mail, falls ein Panel fehlerhaft sein sollte. «So kann immer sofort reagiert werden, falls ein Panel nicht funktionieren sollte, wodurch nur geringe Energieverluste entstehen», so Peterhans.

Regierungsrat Walter Schönholzer lobte das Engagement Bischofszell, auf dem Weg zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 kontinuierlich voranzuschreiten. Es freue ihn sehr, dass die TGB das innovative Konzept nutze und Solaranlagen in einer «Public Privat Partnership» ermögliche, so dass auch die Bischofszeller Altstadtbewohner von sauberer Energie profitieren können.
 

Leicht verbessert, aber noch nicht genug

Freuen durfte sich auch Stadträtin Pascale Fässler, konnte sie doch als Präsidentin der Energiekommission aus den Händen von Stephan Tobler, Neukirch-Egnach, der für einmal nicht als Politiker, sondern als Vorstandsmitglied von Energiestadt Schweiz vor Ort war, die Urkunde für die Rezertifizierung von Bischofszell als Energiestadt entgegennehmen. Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Bischofszell konnte sich in den letzten vier Jahren von 54 auf 55 Punkten (von 100 möglichen) leicht steigern. Fässler gab für die nächsten vier Jahre das Ziel vor, dass sich Bischofszell jährlich um ein weiteres Prozent steigern wolle.