Durstlöscher machen Tempo

BISCHOFSZELL ⋅ Noch läuft die neue Getränkeabfüllanlage der Bina nicht am Limit, wohl aber wie am Schnürchen. Letzte Woche wurde dieser betriebsinterne Meilenstein mit einem Einweihungsfest gefeiert.
03. Oktober 2017, 07:09
Christof Lampart

Christof Lampart

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Nach fünf Monaten Bauzeit unter der Leitung von Yasin Kapuszuzoglu konnte die neue «Krones Contipur-Linie» der BU Drinks im Frühsommer erfolgreich in Betrieb genommen werden. Nach den Steriltests und der Validierung wurde die Anlage am 12. Juni freigegeben, und die erste Produktion mit verkaufsfähiger Ware rollte bereits am Tag darauf in Bischofszell vom Band.

«Seitdem läuft alles ohne Probleme. Kleine Sachen müssen immer noch verbessert werden, aber alles in allem waren wir überrascht, wie gut die Maschine schon vom ersten Tag an lief», erklärt Produktionsleiter Nermin Karalic auf dem Rundgang durch die Produktion. Nicht nur, dass die neue Abfüllanlage gegen- wärtig Tausende von Saft- und Teeflaschen viel schneller befüllt als die alte Linie, sie ist auch hinsichtlich Bedienung um ein Vielfaches einfacher. «Mussten wir früher die Maschine alle 72 Stunden reinigen, so erfolgt das Putzen heute erst nach 120 Stunden», sagt Karalic. Weitere Pluspunkte der neuen Anlage sind die kürzere Reinigungszeit (2,5 statt 4,5 Stunden) sowie die Möglichkeit zum schnelleren Wechsel der Produkte (25 statt 45 Minuten). Und unbestreitbar ein weiterer grosser Vorteil ist es, dass man dank zweier neuer Steriltanks von je 10000 Liter Fassungs- vermögen bereits während der laufenden Produktion die nächste Charge einfahren kann.

Mehrere Prozesse werden optimiert

11,5 Millionen Franken kostet die Migros-Tochter Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) die neue Abfülllinie samt Anlage- projekt. Für Christof Stillhart, Bereichsleiter Getränke bei der Bina, ist das Geld lohnenswert angelegt, denn «wir können durch die neue Anlage nicht nur den Abfüllprozess schneller machen, sondern durch die Neu- anordnung auch weitere Prozesse – wie beispielsweise die Lo- gistik – optimieren», erklärt Stillhart. Während der Besichtigung läuft die neue Abfülllinie mit einer Geschwindigkeit von 14000 Halbliter-Flaschen pro Stunde. Sollte mehr erforderlich sein, so kann die Kapazität auf 18000 Halbliterflaschen pro Stunde bzw. auf 10000 1,5-Liter-Flaschen erhöht werden.

Im Gegensatz zur Vorgängerlinie bedeutet dies einen Quantensprung, konnte die alte doch nur 8500 Flaschen à 1,5-Liter bzw. 11000 Flaschen à 0,5 Liter im gleichen Zeitraum abfüllen und verpacken. In den nächsten Wochen sollen dann auf der «Contipur» nicht nur die klas- sischen runden PET-Flaschen, sondern auch eckige Flaschen und solche, die mit sogenannten «Sportcaps» ausgestattet sind, produziert werden können.

Ein weiteres Plus der neuen Anlage ist das intelligente, mehrstöckige Puffersystem. Das in- novative Flaschenpuffersystem ermöglicht es, die Getränke bei einem Unterbruch «in die Höhe» zu stauen und somit den Mitarbeitern einige Minuten Zeit zu verschaffen, stressfrei den Fehler zu finden, bevor die Produktion wieder normal weiterläuft.


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