Die Stadt setzt auf Wind und Sonne

AMRISWIL ⋅ Obwohl bundesweit die Kosten für den Strom steigen, bleibt der städtische Tarif nahezu unverändert. Aus der Steckdose fliesst künftig vor allem erneuerbare Energie.
27. September 2017, 05:19
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Die Energie wird teurer. In Amriswil macht das allerdings nur sehr wenig aus. Im Bereich der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) wird eine vierköpfige Familie mit rund 18 Franken Mehrkosten belastet. Das wird allerdings durch einen günstigeren Kilowattstunden-Preis wieder wettgemacht. «Die neuen Preise gelten ab 1. Januar», sagt Karl Spiess, Leiter der Regio Energie Amriswil (REA). Er steht voll hinter der neuen Tarifstruktur, obwohl er deutlich macht, dass der derzeit im europäischen Vergleich tiefe Strompreis in der Schweiz auf Dauer wohl nicht gewährleistet werden kann.

Zu 100 Prozent Naturstrom

Die Tarife ab 2018 gehen einher mit einer neuen Zusammensetzung des gelieferten Stroms. Im kommenden Jahr wird nämlich aus den Amriswiler Steckdosen prinzipiell Strom aus erneuerbaren Energien fliessen. «Wir setzen auf 100 Prozent Naturstrom», betont Karl Spiess. Wer das nicht möchte und ein eigenes Produkt bevorzugt, muss sich bei der REA melden und sich ein anderes Paket zusammenstellen lassen.

Trotz effizienterer Geräte steigt der Stromverbrauch

Der Stromverbrauch in Amriswil ist im Steigen begriffen, obwohl gerade bei Haushaltgeräten bezüglich Effizienz viel geschehen ist. «Das hat mit dem Bevölkerungswachstum zu tun, erklärt Karl Spiess. Immer mehr Haushaltungen werden von der REA mit Strom versorgt. «Im Verhältnis zur Bevölkerung haben wir ­einen unterdurchschnittlichen Stromverbrauch», sagt der REA-Leiter.

Dennoch müsse die Situation im Auge behalten werden. Denn der Spitzenverbrauch ist unter anderem ausschlaggebend für den Tarif, den die REA vom Stromlieferanten vorgesetzt bekommt. Deshalb würden sich Wärmepumpen in einem Lastabwurf befinden: Sie können zur Not mal kurzzeitig abgestellt werden, um eine Spitze zu brechen.


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