Die Region bleibt mobil

KRADOLF-SCHÖNENBERG ⋅ Beim lokalen Bahnhof-Taxi kommt es zu einem Wechsel. Die bisherige Inhaberin Edith Kellenberger hört auf und übergibt ihr Geschäft an Marc Binder.
17. Oktober 2017, 06:52
Hannelore Bruderer

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

 

Wann genau sie mit Taxifahren begonnen hat, kann Edith Kellenberger nicht mehr sagen. Ihr eigenes Unternehmen, das Bahnhof-Taxi in Kradolf-Schönenberg, führte sie jedoch mehr als 30 Jahre. Obwohl sie noch nicht ganz im Pensionsalter ist, hat sie sich in diesem Jahr entschlossen, ihr Geschäft zu verkaufen.

«Seit das Frosch-Taxi, das ebenfalls im Aach-Thur-Land tätig war, im letzten Jahr aufgehört hatte, war ich nur noch am Ar­beiten. Ich bin müde und fühle mich ausgebrannt», sagt sie. Die Arbeitstage der Taxiunternehmerin waren lang. Von sechs Uhr morgens bis um neun Uhr abends war ihr Telefon eingeschaltet, um Aufträge entgegenzunehmen. «Natürlich hat man zwischen den Fahrten freie Zeiten, in denen man andere Sachen erledigen kann, aber bereit sein muss man trotzdem immer», sagt sie.

Eine ideale Lösung gefunden

Über ihren Bekanntenkreis, der wusste, dass Edith Kellenberger mit dem Taxigeschäft aufhören wollte, kam der Kontakt mit Marc Binder zustande. Der Interessent begann seine Berufslaufbahn mit einer Lehre als Lagerist, war einige Jahre als Selbstständigerwerbender im Gastronomiebereich tätig, bevor er als Angestellter mit Taxi­fahren begann.

Marc Binder war gerade im Begriff, seine Stelle zu wechseln und eine Festanstellung als Schulbusfahrer anzunehmen, als er von den Verkaufsabsichten von Edith Kellenberger hörte. Sein Entschluss war schnell gefasst. «Ich bin mir bewusst, dass ich als selbstständiger Taxiunternehmer lange Präsenzzeiten habe. Diese Tätigkeit bietet aber auch viele Freiheiten», begründet der 46-Jährige seinen Entscheid, das Taxiunternehmen auf Anfang August zu übernehmen.

Auch die bisherige Taxi-Unternehmerin ist glücklich. «In meiner Situation war es ein Lichtblick, dass sich so schnell eine gute Lösung abzeichnete», sagt Edith Kellenberger. Es habe zwar noch andere Interessenten gegeben, aber mit Marc Binder, den sie auch schon von früher kannte, sei sie sicher gewesen, die rich­tige Person für die Zukunft ihres Kleinunternehmens gefunden zu haben.

Name und Nummer bleiben bestehen

Dass das Bahnhof-Taxi keinen ­festen Standplatz habe, sei kein Nachteil, sagt Marc Binder. «Die meisten Fahrten werden im Voraus gebucht. Dass jemand spontan ein Taxi braucht, kommt – wenn überhaupt – eher am Abend vor.» Da er das Bahnhof-Taxi mit Firmennamen, Logo, Telefonnummer und Fahrzeug über­nommen hat, ändert sich für die Kunden im Aach-Thur-Land nichts, ausser dass eine andere Person am Steuer sitzt. Mit den Zeiten von 6 bis 21 Uhr bleibt auch die Erreichbarkeit gleich. «Mir ist wichtig, dass die Be­völkerung weiss, dass es immer noch ein Taxi in ihrer Nähe gibt», betont er. Denn der Standort eines Unternehmens habe letztlich ­einen Einfluss auf allfällige Anfahrtskosten.

Da der frischgebackene Unternehmer Marc Binder selber in Schweizersholz wohnt, hat er den Tätigkeitsbereich seines Taxi-unternehmens auf die ganze Region Bischofszell ausgeweitet.


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