Die Pubertät ist eine Wundertüte

BISCHOFSZELL ⋅ Die Elternschule lädt im Oktober und November zu drei höchst aktuellen Veranstaltungen mit Experten ihres Faches ein. Der Umgang mit heranwachsenden Jugendlichen sei für Eltern Herausforderung und Freude zugleich, meinen sie.
04. Oktober 2017, 05:20
Werner Lenzin

Werner Lenzin

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

An der ersten von den insgesamt drei Veranstaltungen vom Mittwoch, 25. Oktober sprechen die beiden Sozialpädagogen Michael Gretler und Jeremias Frei über die Pubertät. Sie ist einerseits eine Wundertüte voller Weiterentwicklung, Energie und Freude am Leben. Gleichzeitig bringen pubertierende Jugendliche aber ihre Eltern und die Erwachsenenwelt nicht selten an den Rand der Verzweiflung. Die Pubertierenden erleben intensive und krisenanfällige Entwicklungsphasen, welche Herausforderungen, aber ebenso Freuden für die Jugendlichen und deren Eltern bereitstellen.

Mit ihrem Referat zeigen die beiden Sozialpädagogen Sichtweisen auf, welche die Begleitung von Jugendlichen durch Krisen und schwierige Situationen erleichtern. Gretler und Frei thematisieren typische Merkmale und Verhaltensweisen bei Jugendlichen, weshalb diese auftreten und wozu diese im Verlaufe des weiteren Lebensweges wichtig sind. Gemeinsam mit den Teilnehmenden werden an diesem Abend förderliche und hinderliche Strategien in der Begleitung von Jugendlichen erkannt und daraus konkrete Schlüsse für einen gelingenden Familienalltag gezogen.

Fünf Sprachen der Liebe

Susanna Vogel-Engeli, Familienfrau, Primarlehrerin und Erwachsenenbildnerin, möchte am Montag, 6. November die verschiedenen Beziehungssprachen, welche in Partnerschaften und Freundschaften gelebt werden und die für ein «Sich-geliebt-Fühlen» verantwortlich sind, aufzeigen. «Diese Sprachen sind auch in der Familie und in der Beziehung zwischen Eltern, auch mit erwachsenen Kindern, ein wichtiges Thema», betont die Familienfrau. Sie ist überzeugt davon, dass wenn die Familienmitglieder und Menschen allgemein von einander die bevorzugte Liebessprache kennen, die Liebe und Anerkennung nährender hin und her fliesst und der Selbstwert nachhaltiger gestärkt werden kann. Mehr Bewusstsein über die fünf Liebessprachen kann alle Beziehungen nähren und beleben und ist für jedes Alter sehr wertvoll und wichtig. Als Grundlagen dienen Susanna Vogel-Engeli für diesen Abend die Bücher von Gary Chapmann.

Wie Kinder heute wachsen

Über das Thema «Wie Kinder wachsen» folgt am Donnerstag, dem 16. November, ein Referat von Kinderarzt und Autor Herbert Renz-Polster. Immer wieder erklären neue Theorien, was Kinder brauchen, damit sie eine richtige Bildung, die richtige Förderung und die richtige Erziehung haben. Die Theorien widersprechen sich, und oft hat man den Eindruck, es geht dabei weniger um das, was die Kinder brauchen. Im Mittelpunkt steht vielmehr, für was sie einmal gebraucht werden. Für Renz bleibt das Dilemma von Erziehen und Eltern immer dasselbe: Die Kinder entwickeln sich nicht, indem man an ihnen zieht oder sie nach vorne schubst. Sie müssen ihre eigenen Kräfte entwickeln.

Gemäss Renz kann niemand ein Kind stark machen, einem Kind Kreativität vermitteln oder Mitgefühl oder soziale Kompetenz lehren. «Das müssen die Kinder selbst hinbekommen und selber schaffen» davon ist der Referent dieses Abends überzeugt. Er möchte aufzeigen, wie die Kinder vorgehen, um das Fundament ihres Lebens aufzubauen und wie die Eltern ihre Kinder dabei unterstützen.


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