Die Informatik wird etwas kosten

BISCHOFSZELL ⋅ Die Volksschule wird im kommenden Jahr voraussichtlich ein Minus von über 614000 Franken schreiben. Dennoch bleibt der Steuerfuss unverändert tief bei 90 Prozent.
22. November 2017, 07:00
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Bischofszell ist eine der wenigen Schulgemeinden im Kanton, die sich trotz tiefem Steuerfuss und budgetiertem Rückschlag keine Sorgen macht. Eine satte Eigenkapitaldecke deckt einen möglichen Aufwandüberschuss noch über Jahre hinweg ab. Der Finanzplan zeigt deutlich, dass die Volksschule noch mehrere Jahre im Minus verkraften kann, bevor der Steuerfuss angepasst werden müsste. Bei gleichbleibendem Steuerfuss und den nach Finanzplan ausgewiesenen Rückschlägen würde das Eigenkapital bis 2022 auf 2,281 Millionen Franken sinken.

Dennoch geht die Schule haushälterisch um mit ihren ­Mitteln, sagt Schulpfleger Elmar Juchli. Der für 2018 veranschlagte Rückschlag von 614300 Franken liegt denn sogar tiefer als jener, der für 2017 prognostiziert gewesen war (762300 Franken). Das habe unter anderem mit der steigenden Steuerkraft zu tun, erklärt Elmar Juchli. Er geht davon aus, dass für 2017 weniger Defizit anfällt als budgetiert. Genaue Zahlen kennt er aber noch nicht.

Der gegenüber dem Vorjahr doch deutlich tiefere Aufwandüberschuss wird von vielen Faktoren beeinflusst. «Ganz stark ­natürlich durch das Steueraufkommen», sagt Elmar Juchli unumwunden. Die starke Bautätigkeit in Bischofszell hat ein Bevölkerungswachstum zur Folge, was sich wiederum auf den Steuerertrag auswirkt. Wichtige Faktoren sind aber unter anderem auch das Zinsniveau und die Personalkosten. Gegenüber dem laufenden Jahr sollen die Personalkosten im nächsten Jahr ansteigen. Rund 30000 Franken mehr wird die Volksschule gemäss Budget zahlen müssen. Unter anderem ist das die Folge davon, dass neue Strukturen gebildet wurden. Für die Behördenmitglieder fällt ­weniger Arbeit an, durch die neu­geschaffene Stellung «Leitung Pädagogik» muss mit einer leicht höheren Lohnsumme gerechnet werden.

Lehrplan 21 lässt keinen Spielraum mehr

Im Rahmen des Lehrplans 21 wird die Schule in absehbarer Zeit vermehrt in den Bereich ­Informatik investieren müssen. Hier rechnet die Schulbehörde mit einer Aufwandszunahme von 42000 Franken. Die Schulbehörde will eine Arbeitsgruppe einsetzen, die sich intensiv mit der Thematik befasst und so in Erfahrung bringen kann, welche Mittel für ein sinnvolles Konzept bereits gestellt werden müssen.

Weniger tief in die Tasche greifen muss die Schule nächstes Jahr im Bereich Liegenschaften. Hier sinkt der Nettoaufwand um rund 84000 Franken. Hingegen bewirken die Investitionen 2017 einen höheren Abschreibungs­betrag.

Ordentliche Schulgemeinde­versammlung, Donnerstag, 7. Dezember, 20 Uhr; Mehrzweckhalle in Zihlschlacht


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