Die ganz grosse Bühne

BISCHOFSZELL ⋅ Rosenprinzessinnen und Rosenprinzen, Nachtwächter und Bürgersfrauen sowie ein waschechter Rosenkavalier werben am diesjährigen Olma-Festumzug für das Städtli mit dem Bischofsstab im Wappen.
06. Oktober 2017, 07:10
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Es ist schon einige Zeit her, seit Bischofszell so viel Publizität erhalten hat. «Das war vor zehn Jahren beim Umzug anlässlich des Eidgenössischen Turnfestes in Frauenfeld», weiss Melanie Rietmann. Die Leiterin «Tourismus, Kommunikation und Marketing» hat mit Bernhard Bischof, dem Zunftmeister der Bischofszeller Nachtwächter, den Auftritt an der Olma seit einem Dreivierteljahr vorbereitet. Die neuerliche Chance ergibt sich, weil der Thurgau in St. Gallen heuer Gastkanton ist.

Vom Olma-Auftritt mit dem Sujet «Rosenstadt und Nachtwächter» verspreche man sich einen nachhaltigen Werbeeffekt, führt Melanie Rietmann aus: «Wir wollen vermehrt als histo-rische Stadt mit touristischem Potenzial wahrgenommen werden.» Da am 14. Oktober entlang der Umzugsroute bis zu 25000 Zuschauer erwartet werden, stehen die Chancen gut, dass sich diese Hoffnung erfüllen wird.

Eine Paraderolle für Walter Bollier

Drei Dutzend Einwohner konnten für die Teilnahme am Umzug gewonnen werden. Je fünf werden als Rosenprinzessin beziehungsweise als Rosenprinz in Erscheinung treten. Mehrheitlich sind die Leute von Melanie Rietmann rekrutiert worden, vereinzelte haben sich auch selber gemeldet. Die Anforderungen an die Prinzen beschreibt die Marketingverantwortliche der Rosenstadt so: «Nicht zu jung, sympathisch im Auftreten und mit Wohnsitz in Bischofszell.»

Ein Blickfang wird der Rosenkavalier sein, konnte diese wichtige Rolle doch mit Walter Bollier besetzt werden. Der charismatische Bischofszeller mit dem unverwechselbaren Erscheinungsbild musste nicht lange über- legen. «Ich habe sofort zugesagt und freue mich riesig auf den Auftritt», sagt Bollier und versichert glaubhaft, kein Lampenfieber zu haben. Nicht minder gross ist die Vorfreude bei Bernhard Bischof. «Für uns Nachtwächter wird der Olma-Umzug ein wei­terer Höhepunkt in diesem Jahr sein.» Er wolle mit seinen drei Kollegen und den vier Bürgersfrauen einen Beitrag dafür leisten, Bischofszell und den Thurgau würdevoll zu präsentieren. Für das Projekt stellt der Stadtrat Bischofszell ein Budget von 3000 Franken zur Verfügung. Dieser Betrag würde freilich nicht reichen, um die Teilnahme in der geplanten Form zu gestalten. Die Bischofszeller werden sich nämlich nicht mit leeren Händen und zudem in wunderschönen Kleidern und mit prächtigem Rosenschmuck in die Gallusstadt be- geben. «Das alles ist nur dank der Unterstützung durch grosszügige Sponsoren möglich», gibt Me- lanie Rietmann zu bedenken. So sponsert der Thurgauer Reitverband eine der beiden Kutschen, und für den Pferdetransport werden nur die Unkosten verrechnet.

Die Bischofszeller werden an der Olma Naturalien wie den Rosen-Eistee, Nachtwächterbrötli, 3000 Portionen Nachtwächterkäse und natürlich auch viele Rosen im Publikum verteilen.


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