Den morschen Balken geht’s an den Kragen

HAGENWIL ⋅ Seit Dienstag wird im Wasserschloss eifrig gearbeitet. In zwei Etappen sollen der alte Wehrgang renoviert und der Schlosshof verschönert werden. Möglich machen dies nebst öffentlichen Geldern zahlreiche Spenden sowie die Vereinsmitglieder.
07. April 2018, 05:18
Manuel Nagel

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Vorsicht, laufen Sie im Wehrgang oben vor allem der Mauer entlang», rät der Arbeiter der Firma Krattiger Holzbau. Gegen den Schlosshof hin seien einige Bretter nicht mehr ganz über alle Zweifel erhaben.

Thomas Koller will selbst einen Augenschein nehmen und steigt hinter Bernhard Koch die Holztreppe hoch. Koch ist Präsident des Vereins «Freunde des Wasserschlosses Hagenwil» und ihm hat Koller als Präsident des Stiftungsrats der TKB-Jubiläumsstiftung ein Geschenk mitgebracht. Die Zusage für den Check über 50000 Franken hat die Kantonalbank schon vor längerer Zeit gemacht, doch man ist übereingekommen, die offizielle Übergabe zu vollziehen, wenn die Arbeiten begonnen hätten.

Nach Ostern war es nun endlich so weit. Die Zimmermänner haben das Schloss in Beschlag genommen und rücken nun den morschen Balken an den Kragen. Zudem hatte sich der Boden des Wehrgangs so sehr gegen den Schlosshof zu abgesenkt, dass das Gefälle ausgeglichen werden musste. Doch auch die Fenster sollen ersetzt werden und das Loch im Dach ist zwar die sichtbarste, aber wohl nicht die herausforderndste Arbeit, die im April bis zum Abschluss der ersten Etappe auf die Arbeiter wartet (siehe «Nachgefragt» rechts).

Viel mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein

Bernhard Koch verneint, dass bei rund zweieinhalb Millionen Franken Renovationskosten die Spende der TKB nur ein Tropfen auf den heissen Stein sei. «Es war ein toller Start, weil es die erste Zusage einer beachtlichen Summe gewesen ist», sagt Koch. Nebst der Stiftung der Kantonalbank hätten noch einige weitere Stiftungen Geld gesprochen. Und von einer Privatperson habe man sogar 100000 Franken erhalten.

Sehr wichtig seien auch die kleinen Summen, wie die Mitgliederbeiträge der «Freunde des Wasserschlosses». Dennoch sei man noch lange nicht am Ziel, sagt Koch. Er hofft, noch einige weitere Schlossfreunde zu finden.

www.freunde-wasserschloss.ch