Das Team hat die Bewährungsprobe bestanden

SULGEN ⋅ Drei Monate nach Inbetriebnahme des gemeinsamen Werkhofs an der Auholzstrasse ziehen die Gemeindepräsidenten von Sulgen und Kradolf-Schönenberg eine erste positive Bilanz.
05. Oktober 2017, 05:18

Befürchtungen, dass sich durch einen gemeinsamen Werkhof die Qualität der Dienstleistungen verringern könnte, sind vor dessen Inbetriebnahme im Juli dieses Jahres vorwiegend von Einwohnern aus Kradolf-Schönenberg geäussert worden – wohl deshalb, weil das Werkhofteam in Sulgen stationiert ist. Es sei bisher zu keinen Beanstandungen gekommen, im Gegenteil, sagt Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg. «Wir haben von verschiedenen Seiten positive Rückmeldungen und auch ein Dankeschön für einen ungeplanten, schnellen Einsatz durch das Werkhofteam erhalten.» In Sulgen habe es keine Rückmeldungen betreffend gemeinsamem Werkhof gegeben, sagt Sulgens Gemeindepräsident Andreas Opprecht. «Ich deute das so, dass alles funktioniert.»

Noch in der Phase der Feinabstimmung

Hinter diesem reibungslosen Übergang steckt jedoch viel ­Arbeit. Aldo Ringger, der neue Werkhofleiter, kann ein Lied davon singen. Er sei organisatorisch zwischendurch schon auch ans Limit geraten, gibt er offen zu. Obwohl Arbeits- und Einsatz­pläne vorhanden seien, brauche es immer wieder Anpassungen. «Wir verfügen über genügend Fahrzeuge und Geräte, aber nicht jeder Mitarbeiter kann mit jedem Fahrzeug fahren und jedes Gerät gleich gut bedienen», erklärt der Werkhofleiter. «So kommt es vor, dass zum Beispiel bei Ferien­abwesenheiten eines Mitarbeiters gewisse Arbeiten, die zwar eingeplant, aber nicht dringend sind, zu Gunsten von anderen Arbeiten verschoben werden müssen.» Auch notfallmässige Einsätze könnten die Tagesplanung durcheinanderbringen.

Aldo Ringger sagt, er sei immer noch in der Kennenlern-­Phase und meint dies im doppelten Sinn. Zum einen sind es die spezi­fischen Besonderheiten in den beiden Gemeinden, die es zu berücksichtigen gilt. «In Sulgen bin ich bald ein Jahr tätig. Hier kenne ich schon fast alles», sagt der Werkhofleiter. «In Kradolf-Schönenberg muss ich noch herausspüren, was wichtig ist.»

Zum anderen sind es die Mitarbeiter – jeder mit einem anderen Hintergrund –, die Ringger zu einem neuen Team formen und deren Stärken er am richtigen Ort einsetzen muss. Ausser den festen Mitarbeitern beschäftigt der Werkhof an zwei Tagen einen Asyl­suchenden aus der Gemeinde ­sowie an einem Nachmittag in der Woche eine Gruppe Asyl­suchender aus der nahen Truppenunterkunft. Im nächsten Jahr ­beginnt ein Jugendlicher die Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt. Mit seinem Team hat sich Aldo Ringger ein grosses Ziel gesteckt. «Wir wollen nicht den Notfällen hinterherrennen, sondern für einen bestmöglichen Werterhalt der Infrastruktur vorausschauend arbeiten», sagt er.

Minimaler Aufwand bei administrativen Arbeiten

Bewährt hat sich die neue Software, welche die Mitarbeiter auf ihrem Smartphone installiert haben. Mittels QR-Code können sie die Arbeit, die sie gerade durchführen, der richtigen Gemeinde zuordnen. So kann die Verrechnung einfach und transparent durchgeführt werden. «Dass wir den administrativen Aufwand so gering wie möglich halten, war von Beginn an ein Ziel des Zusammenschlusses und auch ein Anliegen der Stimmbürger», erläutert Andreas Opprecht. Nach den ersten Monaten lägen die Kosten für den Werkhof im Budget, sagen er und Heinz Keller.

 

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch


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