Das gibt’s nicht in Berlin

BISCHOFSZELL ⋅ Der «Lebendige Adventskalender» erfreut die Bischofszeller das dritte Mal in der Vorweihnachtszeit. Musikalisch begleitet von einer Bläsergruppe öffnete die Stadt ihr Türchen zu Marroni, Punsch und Glühwein.
22. Dezember 2017, 06:52
Monika Wick

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Ein Referat, ein Postenlauf oder ein Lottoabend werden nicht zwangsläufig mit der Adventszeit in Verbindung gebracht. Ein- gebettet in den «Lebendigen Adventskalender», sind es aber genau diese untypischen Aktivitäten, die ihn so aussergewöhnlich und interessant machen.

Vorgestern Abend öffneten der Stadtrat und die Mitarbeiter der Stadt Bischofszell im Rahmen dieses Anlasses ihr Türchen. Auf dem Platz vor dem Rathaus erfreute eine neunköpfige Bläsergruppe der Stadtmusik die rund 50 Besucher mit weihnachtlichen Klängen. Diese hallten durch die weihnachtlich beleuchtete Altstadt und lockten immer mehr Zuhörer an. Während die Kinder Fangen spielten oder die lebensgrossen Krippenfiguren bewunderten, plauderten die Erwachsenen miteinander und wärmten ihre kalten Hände an den heissen Marroni von Familie Bieri oder genossen einen Glühwein.

Die Veranstaltungsreihe erntet viele Komplimente

«Ich finde es sehr sympathisch, dass Stadtpräsident Thomas Weingart selber Getränke ausschenkt», sagte Denise Klaus. Zudem lobte die Bischofszellerin den Umstand, dass einige Stadträte anwesend waren. «Das bietet Bürgern die Gelegenheit, in ungezwungener Atmosphäre das Gespräch zu suchen», fand sie. Auch Peter Junker zeigte sich begeistert vom «Lebendigen Adventskalender». «Bei uns in Berlin kennen wir solche Adventsanlässe nicht», erklärte der junge Deutsche. Ebenfalls ins Schwärmen geriet Monika Schlaginhaufen. Für die Bischofszellerin war es in diesem Jahr der zweite Anlass, den sie besuchte. «Ich war schon bei Christine Hochstrasser», erklärte sie und führte aus, wie die Töpferin im Gasofen und Feuer Sterne brannte und diese anschliessend an die Besucher verschenkte. «Die Stimmung war sehr bewegend, denn am Himmel standen ebenfalls Sterne», erzählte Monika Schlaginhaufen sichtlich beeindruckt.

Auch Dina und Christoph Biedermann fanden anerkennende Worte. Während sie über den Ideenreichtum der Teilnehmer aus Bischofszell, Halden und Schweizersholz staunte, lobte er die Vielfalt der Anlässe. Praktischer sahen es ihre beiden Kinder Madleina und Matteo. «Wir dürfen etwas länger aufbleiben», verrieten sie und freuten sich.

Ganz kurz fasste sich Thomas Weingart in seiner Ansprache. Der Stadtpräsident bedankte sich bei allen Organisatoren und Besuchern der Anlässe und wünschte allen ein gutes, unbeschwertes, neues Jahr. Ins Leben gerufen hatte den «Lebendigen Adventskalender» vor drei Jahren Stadträtin Nina Rodel – dies mit dem Ziel, die Leute zusammenzubringen. In diesem Jahr hat sie die Koordination des «Lebendigen Adventskalenders» aus Zeitgründen in die Hände von Kathrin Mettier übergeben.