Buch voller Verrücktheiten

AMRISWIL ⋅ André Manz veröffentlicht den zweiten Teil seiner Lebenserinnerungen. Der Musiker und Ehrenbürger erzählt von Peinlichkeiten, Pannen und Überraschungen.
23. November 2017, 08:02
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Es war im Toggenburg, als er von einer Lawine erfasst wurde. Einer Lawine von Worten, wie André Manz mit einem Lachen präzisiert. Es habe ihn regelrecht von den Füssen gerissen. «Ich habe nur noch geschrieben, ich war wie besessen.» Während er die eine Erinnerung in Worte fasste, klopften bereits weitere an. «Oft habe ich mit wenigen Stichworten festgehalten, was mir grad in den Sinn kam.» Später dann wurden aus den Stichworten kleine Geschichten.

Rund 160 Erinnerungen hat André Manz ausgewählt, um sie mit der Öffentlichkeit zu teilen. Etwa 55 bis 60 Prozent davon haben mit Musik zu tun. Sie sind bereits im ersten Buch «Mit allen Registern» zu finden. «Ursprünglich wollte ich ja nur ein Buch machen und alles dort hineinpacken», verrät der Autor. Dann aber wäre es ein Werk mit 500 bis 600 Seiten geworden. «Wer will aber schon einen solchen Schinken in die Hand nehmen? Das ist doch unpraktisch», sagt er selbstkritisch. So sind es letztlich also zwei Bände geworden. Der zweite Band unter dem Titel «Schon ein wenig verrückt» enthält nun jene Erinnerungen, die sich nicht auf die Musik beziehen. Ob es nun Streiche aus der Zeit in der Kantonsschule sind, die Erinnerung an ein Abendessen mit viel Senf oder das Leiden wegen des Nebels: die Erinnerungen, die André Manz festgehalten hat, laden alle zum Schmunzeln ein. «Es ist alles was Besonderes», versichert er, «nichts, was normaler Alltag wäre.»

Obwohl die Resonanz auf sein erstes Buch überraschend gut gewesen ist, macht sich André Manz keine Illusionen. «Es kaufen vor allem Leute mein Buch, die mich persönlich kennen. Ein Bestseller wird’s wohl kaum werden.»
 

Es sind viele einstige Freunde aufgetaucht

Nach der Veröffentlichung des ersten Bandes erlebte André Manz einige Überraschungen. «Es haben sich plötzlich Menschen gemeldet, die ich schon lange aus den Augen verloren habe.» Sie sind irgendwie auf das Buch aufmerksam geworden und haben Kontakt aufgenommen. Schon alleine deshalb sei die Veröffentlichung ein Erfolg gewesen.

Über ein drittes Buch denkt André Manz derzeit noch nicht nach. «Ich habe noch ein paar Dinge im Bereich der Musik, denen ich mich annehmen möchte», verrät er. Aber er schliesse nicht aus, dass er sich doch noch einmal ans Schreiben macht. Dann aber für einen Roman.


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