Bevor ein Unglück geschieht

NEUKIRCH A. D. THUR ⋅ Besorgte Eltern setzen sich dafür ein, dass die Sicherheit auf dem Schulweg nach Schönholzerswilen erhöht wird. Zu diesem Zweck haben sie eine Initiative lanciert.
21. September 2017, 09:10
Monika Wick

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Etliche Eltern aus Neukirch an der Thur machen sich ernsthaft Sorgen. Der Grund dafür liegt darin, dass ihre Kinder einen – nach ihrer Meinung – äusserst gefährlichen Schulweg zu bewältigen haben. Unter ihnen ist auch das Ehepaar Nadine und Roland Schenk aus dem Weiler Hörmoos. «Da ich selber in Hörmoos aufgewachsen bin und die Schulen in Neukirch an der Thur und Schönholzerswilen besucht habe, kenne ich die Strecke sehr gut», erklärt Roland Schenk.

Es gibt weder ein Trottoir noch einen Radstreifen

Den Entscheid, die «Initiative für einen sicheren Schulweg» zu lancieren, fällten Nadine und Roland Schenk mit der Einschulung ihrer zwei Kinder. «Als der ältere Sohn im August 2015 eingeschult wurde, kam automatisch die Frage auf, wie unser Kind nach Neukirch an der Thur in die Schule gelangen soll», sagt Roland Schenk. Für das Ehepaar Schenk war klar, dass der ein Kilometer lange Schulweg, der an einer Strasse mit Tempolimit 80 liegt und zudem über eine unübersichtliche Kuppe führt, für einen Vierjährigen nicht zumutbar ist. «Zudem verleitet die lange, gerade Strecke Autofahrer dazu, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten, was durch das Fehlen polizeilicher Kontrollen noch begünstigt wird», argumentieren die Schenks. Im Weiteren bemängelt Roland Schenk, dass es entlang der Strecke weder eine Beleuchtung noch ein Trottoir oder einen Radstreifen gibt.

In Zusammenarbeit mit der Behörde der Volksschulgemeinde Nollen wurde für die beiden Buben der Familie Schenk eine Lösung gefunden. Sie werden bis auf Weiteres mit dem Schulbus befördert. «Schöner wäre es natürlich, wenn sie den Schulweg selber zurücklegen könnten», betont das Ehepaar. Nadine und Roland Schenk sind sich bewusst, dass ihre eigenen Kinder von den Bemühungen der «Initiative für einen sicheren Schulweg» selber nicht mehr profitieren können.

Gemeindebehörden sagen Unterstützung zu

Den Schenks ist es aber wichtig, dass künftig alle Schüler der Volksschulgemeinde Nollen über einen sicheren Schulweg verfügen. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, uns bei den Politischen Gemeinden Kradolf-Schönenberg, Schönholzerswilen, Wuppenau und Bussnang sowie beim Kanton Thurgau für die Sicherung der betroffenen Schulwege stark zu machen», erklärt Roland Schenk. Als Sofortmassnahme fordern die Initianten die Aufstellung von Schulwegtafeln. Lang- und mittelfristig wollen sie sich zudem für geeignete bauliche Massnahmen auf den betroffenen Strecken einsetzen. Die Anliegen und Aktivitäten der «Initiative für einen sicheren Schulweg» dokumentiert Roland Schenk in einem Internetblog und auf der Social-Media-Plattform Facebook.

Mittlerweile sind auch die beiden betroffenen Gemeindepräsidenten, Heinz Keller aus Kradolf-Schönenberg und Fredy Oettli aus Schönholzerswilen, auf die Initiative aufmerksam gemacht geworden. «Die beiden haben beschlossen, uns zu unterstützen und sich für unser An- liegen bei den kantonalen Behörden einzusetzen», erklärt Roland Schenk erfreut.

«Da es sich um eine Kantonsstrasse handelt, haben wir nur einen begrenzten Einfluss, welchen wir aber gerne nutzen wollen. Wir haben mit den entsprechenden Stellen des Kantons Kontakt aufgenommen», führt Heinz Keller aus. Zudem beabsichtigen die Gemeindepräsidenten, die Sachlage und die Möglichkeiten mit den Betroffenen, dem Kanton und der Schulbehörde an einem Tisch zu diskutieren.

Im Weiteren appelliert Keller an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer. «Eine Verkehrssituation wie diese, die sehr oft vorkommt, verlangt besondere Vorsicht und Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer. Es gilt sicherzustellen, dass die stärkeren Verkehrsteilnehmer den Verhältnissen angepasst fahren und Rücksicht nehmen. Aber auch die Fahrradfahrer müssen sich entsprechend verhalten, um keine unnötigen Gefahrensituationen heraufzubeschwören.»


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