Baustelle statt Beachvolley

AMRISWIL ⋅ Der Bau der neuen Sporthalle nimmt mit dem Spatenstich seinen Anfang. Bis Herbst 2019 wird die neue Halle fertiggestellt sein, ein Jahr später ist die alte Halle saniert.
05. Dezember 2017, 05:19
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Stefan Koster ist heute froh darüber, dass das erste Sporthallenprojekt keine Gnade vor dem Stimmvolk gefunden hat. Denn das zweite Projekt sei etwas Besonderes. Durch die Kombination der beiden Dreifachhallen wird eine Infrastruktur zur Verfügung stehen, die einzigartig sei. Das Konzept lässt gar zu, dass auch den Leichtathleten eine Indoor-Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden kann.

Mit dem Bau soll es nun zügig vorangehen. Der für den Bereich Sport zuständige Stadtrat Stefan Koster rechnet damit, dass bereits die Volleyballsaison 2019/ 2020 in der neuen Halle gespielt werden kann. Die Halle wird von der Volleyball-Elite sehnsüchtig erwartet, wird sie doch alle Bedingungen erfüllen, um als Austragungsort von Champions Ligue oder Europacup-Spielen zugelassen zu werden. Allerdings wird die Sporthalle nicht explizit eine Volleyball-Halle sein, sondern der vor allem der Schule und den verschiedensten Vereinen zugute­kommen.

Die dringend notwendige Sanierung der bestehenden Halle soll dann ein weiteres Jahr in ­Anspruch nehmen.

«Der Spatenstich ist ein symbolischer Akt»

Für Stadtpräsident Martin Salvisberg ist jeder Spatenstich ein symbolischer Akt. Das gelte natürlich ganz besonders auch für die neue Sporthalle. Anders als Stefan Koster findet der Stadt­präsident auch das erste, an der Urne gescheiterte Projekt etwas Gutes. «Damals wurde mir vorgeworfen, dass ich mich zu wenig engagiert hätte», sagte er in seiner kurzen Rede am Montagvormittag. Doch selbst wenn es statt einer knappen Ablehnung eine solche Zustimmung gegeben ­hätte, wäre ein schlechtes Gefühl geblieben. Zum zweiten Projekt konnte eine stattliche Mehrheit Ja sagen. Dass die Vereine hinter dem Projekt stehen, zeigte sich auch beim Spatenstich: Delegierte von zahlreichen Sportvereinen waren gekommen, um den historischen Moment mitzuerleben und selber zum Spaten zu greifen.

Über das Schicksal des zweiten Projekts auf dem Sportplatz, dem neuen Garderobengebäude, wurde noch nicht informiert. Stadtpräsident Martin Salvisberg stellte die Informationen für die Gemeindeversammlung vom 7. Dezember in Aussicht.

Die Ideen ins Projekt einfliessen lassen

Architekt Roger Biscioni gab in seiner Ansprache zu, dass es immer schwierig sei, die verschiedenen Wünsche in ein Projekt zu integrieren, besonders, wenn wie in Amriswil sehr viele verschiedene Interessen berücksichtigt werden sollen. «Es waren aber ­alles vernünftige Diskussionen.» Vieles habe berücksichtigt und in der einen oder anderen Form in die Planung übernommen werden können. Er sei sicher, dass den Vereinen eine optimale Lösung geboten werden könne.

Das Projekt Wechselspiel lasse durch das gemeinsame Foyer mit der alten Sporthalle im Erdgeschoss, ein gemeinsames Foyer im Obergeschoss und eine sinnvolle Raumaufteilung auch im Garderobenbereich eine vielfältige Nutzung zu.

Lobende Worte fand Biscioni auch für die Vertreter in der Baukommission. «Es sind alles Leute, die ihre Freizeit dafür einsetzen», sagte er. Dieses System sei eine typische Schweizer Einzigartigkeit und führe dazu bei, dass ­solche Arbeiten mit viel Herzblut erledigt würden.


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