Amriswiler Stadtpräsident kündigt seinen Rücktritt an

AMRISWIL ⋅ Nun ist es offiziell: Martin Salvisberg wird nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Stadtpräsident kandidieren. Für ihn war das schon bei seinem Antritt klar. In einem Jahr soll sein Nachfolger gewählt werden.
01. Dezember 2017, 22:13
Manuel Nagel
«Ich fühle mich sehr rüstig und zwäg», stellt Martin Salvisberg gleich zu Beginn klar. Er fühle sich auch sehr wohl in diesem Beruf und übe ihn für sein Leben gern aus. Fit wie ein Turnschuh sei Salvisberg, bestätigt auch Stadtschreiber Roland Huser. Dennoch gab der Stadtpräsident am Freitag bekannt, dass er für die kommende Legislaturperiode vom 1. Juni 2019
bis zum 31. Mai 2023 nicht mehr kandidieren werde.

Salvisberg erreicht im Januar 2019 das Pensionsalter. Auch bei der Stadt gebe es  Mitarbeitende, bei denen sich oft die Frage stelle, ob man sie über die Pensionierung hinaus beschäftigen könne. «Unsere Grundhaltung dazu ist Nein. Und das gilt auch für mich», sagt Salvisberg unmissverständlich. Allerdings werde er sich erlauben, vier Monate über seinen 65. Geburtstag hinaus zu arbeiten, um die Amtsperiode ordnungsgemäss zu Ende zu bringen.
 

Die beiden Wahlkämpfe voneinander loslösen

Wer Martin Salvisbergs Nachfolger wird, ist derzeit völlig offen. Sicher ist aber, dass es nicht Roland Huser sein wird, obwohl sein Stadtschreiberkollege aus Kreuzlingen, Thomas Niederberger, genau diesen Weg erfolgreich zu gehen scheint.

«Ich habe meinen Traumjob, und bin überzeugt, dass diese Funktion besser zu mir passt als Stadtpräsident», sagt Huser. Dennoch wird er eine wichtige Rolle spielen bei den Wahlen zum neuen Stadtpräsidenten. Anfang Jahr werden die Parteien von ihm einen Terminkalender bekommen, welche Fristen bis wann eingehalten werden müssen.

Neu ist, dass die Wahl des Stadtpräsidiums und die Wahl der Mitglieder des Stadtrates nicht mehr zum selben Zeitpunkt stattfindet. «Den Wahlkampf ums Präsidium sollte man loslösen vom Stadtrat», sagt Martin Salvisberg. Dieser Meinung war auch der übrige Stadtrat. Deshalb findet nun der erste Wahlgang bereits im kommenden November statt. «Es könnte sich ja auch jemand für dieses Amt interessieren, der in einer anderen, kleineren Gemeinde arbeitet. Derjenige könnte nicht in Amriswil und in seiner Gemeinde kandidieren», sagt Salvisberg. Ein weiterer Punkt sei, dass sich die übrigen Stadtratsmitglieder – je nach Wahlausgang im November – auch noch überlegen könnten, ob sie überhaupt kandidieren und mit dem Neuen zusammenarbeiten oder gar selber noch auf den Zug aufspringen wollten. Auf diese Weise seien die Optionen viel grösser.

Ein zweiter Wahlgang sei wohl nicht unrealistisch, denkt Stadtschreiber Roland Huser. Nun fände dieser bereits im Februar 2019 und nicht im April oder Mai statt. Bis zum Amtsantritt wäre die Zeitspanne sonst sehr kurz. Deshalb sei es gut, so früh dran zu sei. Es gebe nur Vorteile.
 

Wieder ein Berner als Stadtpräsident?

Auch nach seiner Zeit als Stadtpräsident wird es Martin Salvisberg nicht langweilig werden. «Ich freue mich auf mehr Zeit mit meinen Enkeln. Zudem werde ich auch noch ein wenig Lastwagen fahren», sagt Salvisberg. Und dann möchte er auch öfter mit dem Wohnwagen unterwegs sein. «Peter Kummer war auch ein Wohnwägeler. Wir kommen ja fast vom gleichen Ort im Kanton Bern.» Das bringt Stadtschreiber Roland Huser auf eine Idee: «Vielleicht müsste man den nächsten Stadtpräsidenten wieder irgendwo dort suchen.»
 

Der Fahrplan bis zur Wahl

Der Stadtrat unterhielt sich an seiner letzten Sitzung über mögliche Wahltermine und hat beschlossen, die Wahl des Stadtpräsidiums vor derjenigen der übrigen acht Stadtratsmitglieder durchzuführen.

Somit stehen folgende Wahldaten fest: Der erste Wahlgang zur Wahl des Stadtpräsidenten findet am eidgenössischen Abstimmungstermin am 25. November 2018 statt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang würde am 10. Februar 2019 über die Bühne gehen, ebenfalls ein eidgenössischer Abstimmungstermin. Am selben Tag findet auch der erste Wahlgang zur Wahl des achtköpfigen Stadtrates statt. Ein allfälliger zweiter Wahlgang ist auf den 31. März 2019 terminiert. Dies ist ein separater kommunaler Abstimmungstermin.

Wahlvorschläge für das Stadtpräsidium sind bis zum 1. Oktober 2018 bei der Stadtkanzlei einzureichen, für die Mitglieder des Stadtrates bis zum 17. Dezember 2018. (man)


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