13 spielen sich in die Herzen

BISCHOFSZELL ⋅ Sie sind die beliebteste Blaskapelle der Schweiz. Dabei gibt es Fihuspa erst seit wenigen Jahren. Präsident Peter Keller verrät, dass die Gruppe noch einiges vorhat.
30. November 2017, 07:07
Rita Kohn

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Einen Platz unter den ersten drei hatten die 13 Mitglieder von Fihuspa im Auge, als sie in Lyss den Radiowettbewerb der Musikwelle um die beliebteste Blaskapelle der Schweiz eröffneten. «Dass wir gleich Sieger werden, damit haben wir nicht gerechnet», sagt Fihuspa-Präsident Peter Keller aus Bischofszell mit einem strahlenden Lächeln. Immerhin standen die Neulinge prominenter Konkurrenz gegenüber: Sowohl Lublaska (Europameisterin) als auch die Dorfspatzen Oberägeri (Schweizer Meister) bewarben sich um den Titel.

Als die Leute im Saal, in dem die Aufzeichnung stattfand, schon beim zweiten Stück aufstanden und mitklatschten, wussten die Fihuspa-Mitglieder, dass sie sich auf einem guten Niveau bewegten. «Es gab uns die Sicherheit, dass wir die Leute, die uns ja überhaupt nicht kannten, mitreissen konnten», sagt Peter Keller. Natürlich hätten sie für das Voting ihr ganzes Be- ziehungsnetz spielen lassen. Aber das alleine hätte niemals ausgereicht, um sich gegen die vier anderen Finalisten durchzusetzen.

«Das bringen wir auch zustande»

Fihuspa hat einen rasanten Start hingelegt. 2012 beim Blaskapellenfest in Bischofszell wurde die Idee für eine eigene Kapelle geboren: «Das bringen wir auch zustande», war man sich einig. Nachdem sich der harte Kern einig war, suchten sie nach weiteren Mitgliedern. Im Mai 2013 konnte dann die erste Probe stattfinden. Anfang 2014 stiessen schliesslich noch zwei Klarinettisten zur Gruppe. «Seither sind wir als 13-köpfige Formation unterwegs», sagt Peter Keller. Der Name Fihuspa steht für «Die fidelen Humpa-Spatzen».

Von den anderen Formationen unterscheidet sich Fihuspa in verschiedenen Bereichen. «Unser Altersdurchschnitt ist recht tief», verrät der Präsident. Die Mitglieder sind zwischen 21 und 48 Jahre alt. In der Schweiz seien die meisten Formationen etwas älter. In Sachen Blaskapellen habe die Schweiz ohnehin noch Nachholbedarf. «Wir haben ein Open Air, das Woodstock der Blasmusik, in der Nähe von Passau besucht und dort festgestellt, dass die Deutschen und Österreicher in diesem Genre viel offener sind als die Schweizer.»

Fihuspa hat sich viel von dieser Lockerheit auf die Fahne geschrieben. Das zeigt sich schon im Erscheinungsbild der Formation. «Wir hatten unseren ersten Auftritt schon relativ bald nach der Gründung», erzählt Peter Keller. Mangels gemeinschaftlicher Uniform haben sich alle Mitglieder in einem Brockenhaus umgesehen und sich ein entsprechendes Outfit zugelegt. Das ist längst zum typischen Erscheinungsbild der jungen Ostschweizer Formation geworden.

Mit wenigen Proben auskommen

Fihuspa profitiert davon, dass alle Mitglieder in Musikvereinen mitspielen und das Können bereits mitbringen. Denn da die Mitglieder über die ganze Ostschweiz verteilt wohnen, müssten die Proben gut abgesprochen sein. «Wir kommen mit verhältnismässig wenig gemeinsamen Proben aus», versichert Peter Keller. Dass es der Musik keinen Abbruch tut, zeigt die Erfolgs- geschichte der Formation. «Wir profitieren natürlich auch davon, dass wir mit Franz Tröster von den Egerländer Musikanten zusammenarbeiten.» Er bringe viel Fachwissen ein.

Bereits im März werden die Thurgauer die Ostschweizer Blaskapelle unter der Leitung von Franz Tröster live erleben können. Fihuspa lädt auf den 4. März in die Mehrzweckhalle Rotewis in Güttingen ein. Bereits im Februar spielt die Formation in Oensingen. Für das kommende Jahr geplant ist auch die Teilnahme am Schweizerischen Blaskapellen-Treffen in Weggis und Vitznau. Eine Herausforderung, auf die sich die 13 Männer von Fi­huspa freuen. Denn sie sind voller Tatendrang.


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