Tagblatt Online, 01. Mai 2012 01:09:20
Auf das zweite Jahrzehnt Jazzbrunch
Am vergangenen Sonntag lud der Stadtturnverein (STV) zum jährlichen Jazzbrunch ein. Dieser fand zum elftenmal statt. Etwa 240 Personen folgten der Einladung in die Aula Lindenhof.
MANUEL KUNZ
Die ersten Jazzmelodien ertönten. An den Tischen wurde eifrig diskutiert, während die ersten Besucher bereits am Buffet standen. Auch dieses Jahr hielten der Mensa-Chef Ruedi Wiesli und sein Team eine riesige Auswahl bereit. Die Jazzliebhaber hatten Lachs, diverse Brotsorten bis hin zum obligaten Speck mit Rösti geschlemmt. Die Gehörgänge wurden von den Klängen der Jazzband Bluebirds of Paradise verwöhnt.
«Es ist schwerer, als es aussieht»
Seit 25 Jahren ist diese Band unterwegs. Ihre Spezialität ist der Dixielandstil, geprägt aus New Orleans. Die Musiker spielten mit vollem Elan. Besonders eindrücklich waren die Einzelsoli. So konnten die Zuhörenden Hansjörg Schaltenbrand bestaunen. Er legte seinen Kontrabass kurzerhand auf den Boden und spielte im Sitzen. Besondere Aufmerksamkeit erntete Schaltenbrand auch mit seinem Blockflötensolo, welches wunderbar ins Ensemble passte. Doch auch Jerry Gabriel konnte mit seinem Saxophonsolo das Publikum begeistern. Ein Musikliebhaber aus Wil, der selber Musik spielt, betonte, dass ihn die Bluebirds of Paradise beeindrucken. Vor allem die Einzelleistungen der Solisten, aber auch dass «jeder seine Rolle gut mache», sei für ihn «de Plausch». «Gute Musik kann nicht schlecht sein, man kann sie nur schlecht machen», so seine Meinung. Er wies darauf hin, dass gerade Musikstücke, die einfach klingen würden, enorm schwierig umsetzbar seien auf der Bühne. «Es ist schwerer, als es aussieht.»
«Ich höre selber gerne Jazz»
«Vor zehn Jahren beschlossen wir in der Männerriege, mal wieder einen Anlass neben dem Turnen zu machen. Es kam die Idee auf, einen Brunch zu machen. Wir diskutierten im STV und jemand machte den Vorschlag, doch Ruedi Wiesli zu fragen.» Der Organisator des Jazzbrunchs, Hardi Hauser aus Wil erzählte, wie der Anlass entstand. «Der Mensa-Chef sagte spontan zu.» Hauser hört selber gerne Jazz, somit war die Idee des Jazzbrunchs geboren. Mittlerweile hätten sie auch festgestellt, dass dieser Anlass ein grosses Stammpublikum anziehe. «Wir bemühen uns, immer wieder eine neue Band anzulocken, die ankommt. Das motiviert uns auch.» So gab es auch niemals Durststrecken. Alle Leute, die mitarbeiteten, sähen den Erfolg. Hauser betont aber, dass sie selber in die Jahre kämen und der Nachwuchs fehle. Doch wie findet der STV Wil die Bands? Zwischendurch würden ihnen CDs zugesteckt. Dann wählten sie eine Band aus. «Bevor aber eine Band hier spielen darf, fahren wir gemeinsam an ein Konzert. Wir wollen zuerst hinhören, ob die Formation auch uns begeistert», erklärt er. Am Schluss dankte Hauser Ruedi Wiesli und dem Mensateam für das feine Buffet, aber auch dem gesamten Helferteam. Sein Dank an die Band wurde mit tosendem Applaus quittiert.
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