Tagblatt Online, 10. Mai 2010 01:04:14
Vereidigung zweiter Höhepunkt
Auch Bundespräsidentin Doris Leuthard zeigte sich erfreut über den Auftritt der Jugendmusik Uzwil im Vorfeld der Schweizergardisten-Vereidigung im Vatikan. (Bild: Bild: cg.)
Achtung, Treue und Gehorsam haben die dreissig neuen Schweizergardisten am vergangenen Donnerstag anlässlich ihrer Vereidigung in Rom geschworen. Die Jugendmusik Uzwil war mittendrin und sorgte für die musikalische Unterhaltung.
Christine Gregorin
ROM/UZWIL. «Ist es nicht überwältigend und fast schon furchterregend, dass ihr alle, so jung, sogar euer Leben aufs Spiel setzen wollt? Wer möchte in eurem Alter denn sterben? Ihr spielt aber nicht! Ihr schwört vor Gott, und der ist die Liebe», stellte Gardekaplan Monsignore Alain de Raemy während seiner Rede in der Aula Nervi im Vatikan fest. Die Hellebardiers würden aber keine Kriegs- oder Kampfbereitschaft, sondern vielmehr Opferbereitschaft und immer nur die gewaltlose Sprache der altruistischen Liebe und das bei ordentlichen sowie ausserordentlichen Zuständen schwören.
«Gerade dann, wenn Gehorsam bedeutet, persönliche Opfer leisten zu müssen, befähigt er dazu Treue zu leben und diese Werte als innere Haltung zu übernehmen», brachte es Gardekommandant Daniel Anrig auf den Punkt.
Glaube als Basis
Begonnen hatte der Tag mit der Frühmesse im Petersdom. In einer beeindruckenden Zeremonie, die teilweise durch die neuen Gardisten mitgestaltet wurde, legte das Bekenntnis zum christlichen Glauben den Grundstein für die Einzigartigkeit dieses Tages im Leben der jungen Rekruten.
Neben Bundespräsidentin Doris Leuthard und Bischof Markus Büchel war auch zahlreiche weitere Prominenz anwesend. Musikalisch umrahmt wurde die Messe vom Kirchenchor Mels und die imposante Kulisse der Basilika ihrerseits sorgte zusätzlich für einen überaus feierlichen Charakter des Anlasses.
Lob der Bundespräsidentin
«Swiss Lady», «Ewigi Liebi», «Zirkus Renz» und «I just called to say I love you» waren nur einige der Stücke, welche die Jugendmusik Uzwil
vor der eigentlichen Vereidigung während rund einer Stunde auf der riesigen Bühne der Aula Neri zum Besten gab. Dass die ohrgängige Musik und das ansprechend zusammengestellte Repertoire den eintreffenden Gästen gefiel, zeigten diese mit warmem Applaus. Beim nachfolgenden Apéro, der durch den Gastkanton St. Gallen offeriert wurde, gab sich Bundespräsidentin Leuthard volksnah und stellte sich spontan für ein Gruppenbild mit der Jugendmusik Uzwil zur Verfügung.
Zudem lobte – neben etlichen anderen Offiziellen – auch sie den tadellosen Auftritt der jugendlichen Musikantinnen und Musikanten.
Schlusskonzert am Freitag
«Viele Eindrücke haben den Tag geprägt. Alles findet hier in ganz anderen Dimensionen statt. Vor gut 3500 Zuhörern zu spielen fordert die Musikanten mehr als die üblichen zwei- oder dreihundert», konstatierte Dirigent Thomas Gmünder am Abend.
Er zeigte sich sehr zufrieden mit den Vorträgen, lobte vor allem die grosse Disziplin seiner Instrumentalisten und betonte noch einmal, wie gross die Freude aller an diesem einzigartigen Ausflug sei. (cg.)
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