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Tagblatt Online, 30. August 2010 01:05:24

Gute Stimmung und schöner Gesang

Bereits sechs Jahre nachdem der Männerchor Gähwil den Bezirkssängertag zum letzten Mal durchgeführt hatte, hiess es am Samstag erneut: «Gähwil singt». Trotz der eher ungünstigen Witterung war dem Fest ein grosser Erfolg beschieden.

CHRISTOF LAMPART

gähwil. Alle zwei Jahre findet der Bezirkssängertag der Sängervereinigung Alttoggenburg & Umgebung statt. Eigentlich ein Einzugsgebiet, das gross genug ist, damit ein Chor nicht schon wieder nach sechs Jahren organisatorisch ran müsste. Doch was für viele eine fast mühsame Pflicht ist, ist beim Männerchor Gähwil eher die Kür. Hier hält nicht nur ein eingesungenes, sondern ein im wahrsten Sinne eingespieltes Grüppchen zusammen und sammelt nicht nur bei den Sängerinnen und Sängern des Verbands Goodwill, sondern sorgt auch im Dorf für einen kulturellen Höhepunkt.

420 Sängerinnen und Sänger

Und um einen solchen handelte es sich beim Bezirkssängertag vom Samstag ganz sicherlich. Denn das in zwei Blöcke aufgeteilte Wettgesangsprogramm in der katholischen Pfarrkirche war ebenso gut besucht wie die Festwirtschaft beim Schulhaus und der Festakt am Abend in der Turnhalle, welcher mit einem Fahneneinzug und etlichen Reden umrahmt war.

Die Turnhalle war mit 420 Sängerinnen und Sängern sowie gegen 30 Gästen vollständig belegt, sodass bei der kollektiven Zusammenkunft der Chöre ein festlich-feierliches Ambiente vorherrschte. Da auch tagsüber auf dem Festgelände trotz steter Bewölkung und einzelnen Regengüssen viel los war, dürfte der Männerchor Gähwil auch finanziell auf seine Kosten gekommen sein, womit für alle, Organisierende wie auch Teilnehmende, eine klassische Win-win-Situation entstanden sein dürfte.

Ein Lied in zehn Minuten

Insgesamt nahmen 14 Chöre, darunter die Gastchöre aus Gossau, Rickenbach, Muolen und die Zürcher Singstudenten am Wettgesang teil, bei dem jedes Vokalensemble in einem zehnminütigen Zeitfenster ein Lied vortragen durfte. Dabei galt es, ein möglichst hohes musikalisches Niveau zu erreichen. Oder wie der Präsident des Organisationskomitees, Willy Schönenberger, schon im Festführer erklärte: «Alle klanglichen Finessen auszureizen und die empfindsamen Saiten der Seelen zu zartem Mitschwingen anzuregen.

» Und tatsächlich wurde dem Publikum Chorgesang auf sehr hohem Niveau geboten.

Beachtliche Vielfalt

Auffallend dabei war, dass bei der Werkauswahl sehr viel Traditionelles zu hören war; so wurden nicht weniger als sechs Kompositionen bzw. Arrangements des bekannten deutschen Chorleiters und Komponisten Otto Groll (1935*) gesungen.

Aber auch klassische Werke wie der Soldatenchor aus Charles Gounods «Faust», Felix Mendelssohn-Bartholdys «Der Jäger Abschied» oder auch eine Vertonung von Johannes Brahms' «Ungarischer Tanz Nr. 6» fanden sich im Programm. Und auch die leichte Muse durfte an diesem Nachmittag nicht fehlen: Die Beiträge dieses Genres reichten von «Schlageroldies» wie Hazy Osterwalds «Kriminal-Tango» oder Reinhard Meys besinnlichem «Gute Nacht, Freunde», bis hin zu bürgerlichen Chorliedern wie «Das Ave Maria der Berge», «Glocken der Heimat» oder «Freude am Leben».





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