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Tagblatt Online, 01. Mai 2012 01:09:00

Drei Jahre und 30 000 km

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Nadine Rosenast und Gaëtan Michel bei ihrer Rückkehr vorgestern in Bazenheid. (Bild: zVg)

BAZENHEID. Die Bazenheiderin Nadine Rosenast ist zurück – zurück von einer Weltreise auf zwei Rädern. Diese führte sie nach Ägypten, Pakistan, Indien, Australien, Peru, Chile und in weitere Länder.

Vor mehr als drei Jahren startete Nadine Rosenast aus Bazenheid mit dem Velo zur grossen Tour. Der Weg führte sie über Italien und die Balkanländer nach Griechenland. In der Türkei betrat sie asiatischen Boden, erkundete in Syrien und Jordanien die antiken Bauwerke Nordarabiens und folgte dieser Route bis zum Assuan Staudamm in Ägypten. Wegen des Bürgerkriegs im Sudan musste sie dann ihre Route ändern.

Reisebegleiter kennengelernt

Die Weiterreise startete in Zentralasien, wo sie ihren Reisebegleiter Gaëtan Michel aus Fribourg kennenlernte. Die nächsten zwei Jahre waren die zwei Velofahrer gemeinsam unterwegs. Die Reise führte weiter nach Kirgisistan, wo sie in blutige Unruhen gerieten und in die Hauptstadt Bischkek evakuiert werden mussten. Via China ging es nach Pakistan, wo sie die Not der Einheimischen, verursacht durch Erdrutsche und Überschwemmungen, am eigenen Leib erfuhren. Sie waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und des Staates, als sie vom Militär per Jeep nach Islamabad in Sicherheit gebracht wurden. Das indische Ladakh mit den buddhistischen Klöstern und bis zu 5300 Meter hohen Pass-Querungen wurde zu einer ihrer liebsten Destinationen. In Kathmandu, Nepal, liessen sie sich für einige Monate nieder, mieteten eine Wohnung und verbrachten viel Zeit im Everest-, Annapurna- und Langtang-Gebiet des Himalajas.

Weltberühmten Tee degustiert

Im indischen Darjeeling degustierten sie den weltbekannten Tee. In Dhaka, der Hauptstadt Bangladeshs, rollten sie durch das Gewirr Tausender Rickshaws. Von Kalkutta aus nahmen sie das Boot auf die Andamanen Inseln, von wo aus sie nach Singapur, Malaysia und Kambodscha reisten. Entlang den indonesischen Inseln ging es bis nach Ost-Timor und von da nach Perth, Australien. Die zweimonatige Reise entlang der Westküste war eine eher eintönige Strecke, die sie wegen begrenzten Verpflegungsmöglichkeiten und Wasserknappheit als «Schwertransporter auf zwei Rädern» zurücklegten. Lima, die Hauptstadt Perus, war die erste Station auf dem südamerikanischen Kontinent. Über die Anden gelangten sie ins Inka-Gebiet und besichtigten Machu Picchu, die guterhaltene Ruinenstadt. In Bolivien wagten sie sich an einige abgelegenen Routen und lernten beim Schieben der Velos im Sand ihre mentalen und körperlichen Grenzen kennen. An Weihnachten 2011 trafen sie sich mit anderen Velofahrern in Santiago de Chile, wo sie Spezialitäten aus ihren Heimatländern kochten. Auf der Carretera Austral, einer 1350 Kilometer langen Strasse, pedalten sie durch Patagonien, bis ins windige Tierra del Fuego. Im sommerlich warmen Buenos Aires verbrachten sie letzte Tage fern der Heimat.

Heimreise startete an Ostern

Die Heimreise starteten die beiden an Ostern in Venedig. Über den Passo San Pellegrino gelangten sie ins Vinschgau. Als sie am Ofenpass wegen Schneetreibens festsitzen, wurden sie zu einer Übernachtung eingeladen. Über den verschneiten Julierpass gelangten sie ins Rheintal und durchs Toggenburg nach Bazenheid, wo sie vorgestern nach mehr als 30 000 Kilometern feierlich empfangen wurden. (pd)




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