Tagblatt Online, 09. September 2010 01:02:51
Baldige Abklärung ist nötig
Im neuen Kataster der belasteten Standorte der Gemeinde Niederhelfenschwil ist ein Objekt mit «vordringlichem Handlungsbedarf» klassifiziert, wegen Rückständen von Lösungsmitteln.
Niederhelfenschwil. Bis in die Siebzigerjahre wurden gewerbliche und industrielle Abfälle und Kehricht in einem abgelegenen Tobel entsorgt. Kadaver von Nutztieren wurden auf «Wasenplätzen» vergraben. Ebenfalls risikobehaftet sind Kugelfänge von Schiessständen oder Unfallplätze.
Heute werden grosse Anstrengungen unternommen, dass Umweltgifte korrekt entsorgt oder endgelagert werden. Übeltäter werden tüchtig zur Kasse gebeten. Aber wie mit den bestehenden Standorten umgehen?
Das kantonale Amt für Umwelt und Energie hat den bisherigen Verdachtsflächenkataster im ganzen Kanton überarbeitet, zusätzliche Abklärungen getroffen und die Grundeigentümer informiert. Die Standorte wurden in Kategorien eingeteilt. Die Kategorie bestimmt, ob und wann Sanierungsmassnahmen zu treffen sind.
Vordringliche Massnahmen
Auch in der Gemeinde Niederhelfenschwil gebe es belastete Standorte, schreibt der Gemeinderat in seinen Mitteilungen. Dringenden Handlungsbedarf gebe es nirgends. Das neue Kataster der belasteten Standorte ist im Gegensatz zum bisherigen Verdachtsflächenkataster öffentlich. Es kann im Internet unter www.geoportal.ch unter der Rubrik «Risiken & Gefährdungen & Unfälle» eingesehen werden. Bei Bedarf gebe auch die Gemeindeverwaltung Auskunft.
Laut Geoportal sind es 16 Objekte, die im Altlasten-Kataster der Gemeinde Niederhelfenschwil aufgenommen wurden. Die meisten von ihnen erfordern gemäss Auflistung keine dringenden Massnahmen. Bei einem Objekt lautet der Eintrag jedoch, Massnahmen seien vordringlich. Hier handelt es sich laut Auskunft von Gemeindepräsident Lucas Keel um die sogenannte alte Pfannenfabrik, einen mittlerweile stillgelegten Betriebsstandort.
Keel weist darauf hin, dass man zwischen Altlasten unterscheide, die aus Ablagerungen oder Deponien stammen – diese seien im Register mit dem Buchstaben A gekennzeichnet –, und Altlasten von ehemaligen Betriebsstandorten, welche den Buchstaben B tragen.
Rückstände von Lösungsmitteln
Die mit einem B klassifizierte ehemalige Pfannenfabrik wurde Anfang der Achtzigerjahre stillgelegt.
Im Betrieb seien über Jahre Lösungsmittel für die Reinigung, sogenannte chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) verwendet worden. Die Gefahr dieser Mittel sei lange unterschätzt worden, erklärt Heinrich Adler vom Kantonalen Amt für Umwelt und Energie auf Anfrage der Wiler Zeitung. «CKW durchdringt sogar Betonböden und kann dadurch auch ins Grundwasser gelangen.»
Heinrich Adler relativiert jedoch, dass CKW nur in hoher Konzentration gefährlich ist. Da man aber nicht möchte, dass das Trinkwasser damit verschmutzt wird, soll die Situation in Niederhelfenschwil schnell überprüft werden. «In diesem Einzelfall muss man bald handeln», erklärt der Fachmann. (gk./alb.)
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