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Tagblatt Online, 14. August 2010 01:02:09

Die «Grande Dame» verabschiedet

Elisabeth Menzi, Gründerin und Leiterin der Geräteriege Eschlikon, trat vor der Sommerpause nach fast 40 Jahren selbstlosem Einsatz ins zweite Glied zurück. Tochter Manuela Süess-Menzi übernimmt nun ihre Aufgabe.

peter mesmer

Eschlikon. 1973 hob Elisabeth Menzi, hauptsächlich in Eigeninitiative, die Geräteriege als Untersektion der Damenriege Eschlikon aus der Taufe. Seither steht sie an der Spitze der Turnerinnengruppe, der heute 80 Mädchen aller Altersgruppen angehören. Neben der sportlichen Ausbildung kümmerte sich Elisabeth Menzi um administrative und organisatorische Belange; kurzum, sie ist das Herzstück der Geräteriege Eschlikon, Motor, guter Geist und gute Seele zugleich.

An Unterstützung fehlte es nie

In beinahe 40 Jahren gab es bei der Geräteriege so manchen sportlichen Erfolg zu feiern. Als absolute Höhepunkte schlagen zwei Medaillen von Einzelturnerinnen an Schweizer Meisterschaften und im letzten Jahr der Vize-Schweizer-Meister-Titel in der Gerätekombination an den Landesmeisterschaften im Vereinsturnen zu Buche. Elisabeth Menzi ist stolz auf das Erreichte, dabei aber die Bescheidenheit in Person geblieben.

Gratulationen für all die unzähligen Medaillen und Diplome nimmt sie wohl gerne entgegen, gibt sie aber sogleich an «ihre Mädchen» weiter: «Die Erfolge waren für mich nicht erstrangig. Sie waren über all die Jahre die Antriebsfeder für mein Wirken, sie haben mir unendlich viel Freude bereitet. Ich bin ihnen zu grossem Dank verpflichtet.» Zudem wäre all der Aufwand ohne ein motiviertes und einsatzwilliges Leiterinnenteam gar nicht möglich gewesen, sagt Elisabeth Menzi.

«Ich war nie allein, hatte immer Unterstützung, vor allem von meiner Familie, und durfte dabei so viel Schönes erleben. Es war in jeder Hinsicht eine herrliche, unvergessliche Zeit.»

Spezielle letzte Turnstunde

Und nun also hat sich die «Grande Dame» der Eschliker Geräteturnerinnen ins zweite Glied zurückgezogen. Vor der Sommerpause leitete sie ihre letzte Turnstunde. Zum Abschied hatten sich ihre Kolleginnen und ihre Mädchen natürlich einiges einfallen lassen.

Unter dem Motto «Happy-Day spezial» gestaltete ein zehnköpfiges Organisationsteam an Stelle der letzten Turnstunde ein herzliches und für Elisabeth Menzi wohl unvergessliches Fest.

Mit dabei war auch etwelche Prominenz, welche einige sehr persönliche Worte an Elisabeth Menzi richtete, unter anderen Gemeindeammann Robert Meier, diverse Mitglieder aus dem Gemeinderat Eschlikon, Marcel Kolb aus der Gerätekommission des Thurgauer Turnverbandes und Nicole Imfeld, Präsidentin der Damenriege Eschlikon.

Das abwechslungsreiche Programm wurde mit Vorführungen der Turnerinnen, einem sehr persönlichen Gedicht und lustigen Erinnerungen der ehemaligen Turnerinnen ergänzt. Den Abschluss bildete ein eindrücklicher Einmarsch aller aktiven Turnerinnen, welche ihrer langjährigen Leiterin eine Rose sowie ein Abschiedsgeschenk überreichten. Trotz einigen verdrückten Tränen und Abschiedsfeierlichkeiten war eines klar: Einen endgültigen Schlussstrich hat Elisabeth Menzi noch nicht gezogen: «Wenn Not an der Frau ist, werde ich selbstverständlich einspringen», versprach Menzi ihren Nachfolgerinnen.

Tochter als Nachfolgerin

Den Part der Hauptleiterin hat nun Elisabeth Menzis Tochter Manuela Süess-Menzi übernommen. Sie stand ihrer Mutter bereits seit vielen Jahren als administrative Hilfe zur Seite und garantiert für einen nahtlosen Übergang. Zusammen mit dem engagierten Leiterteam wird sie alles unternehmen, um das Lebenswerk von Elisabeth Menzi erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Zeit für die Grosskinder

Ein Leben ohne Geräteriege kann sich Elisabeth Menzi aber durchaus vorstellen, obwohl es ihr beim Abschied keiner so recht glauben wollte. «In Zukunft werde mich vor allem wieder vermehrt meinem Garten widmen und die freien Wochenenden geniessen. Zudem kündigen sich Ende Jahr zwei weitere Grosskinder an, und so bleibe ich bestimmt im Schuss», meinte sie.





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