Tagblatt Online, 05. März 2010 01:02:42
«Viele Menschen freuen sich mit mir»
Irma Schatt freut sich über den Frühlings-Korb und die Karte ihrer kleinen Chormitglieder. (Bild: Bild: mst.)
Die Dussnangerin Irma Schatt wurde als erste Frau zur «Südthurgauerin des Jahres» gewählt. Die Lebensfreude und der Optimismus der umtriebigen Mutter von vier Kindern überträgt sich auf die Menschen in ihrer Umgebung.
Monique Stäger
dussnang. An der Haustür der Familie Schatt erfährt der Besucher gleich zu Beginn, dass hier nicht irgend jemand wohnt. Eine Gratulationskarte am Türschmuck weist darauf hin, dass hier die frischgekürte «Südthurgauerin des Jahres» zu Hause ist (die Wiler Zeitung berichtete). Irma Schatt öffnet die Tür, auf dem Arm die jüngste Tochter Sarah, und beide strahlen mit der März-Sonne um die Wette.
Kein Wunder, fliegen ihr die Herzen der Menschen um sie herum zu, denn das strahlende Lachen der 36-Jährigen ist herzlich und einnehmend.
«Menschen um mich herum»
Am grossen Tisch im gemütlichen Aufenthaltsraum des Bürotraktes der Schatt GmbH – der ans Einfamilienhaus angebaut wurde – erzählt Irma Schatt von ihrer Familie, ihrem Leben als Geschäftsfrau und ihrem Engagement im «Kinderchörli».
Dabei fällt auf, dass die vielseitige Frau nicht ihr eigenes Schaffen in den Vordergrund trägt, sondern in einem fort die Menschen lobt, die sie bei ihren Engagements unterstützen. «Mein Mann und ich haben beide wunderbare Eltern, die uns beider Betreuung unserer vier Kinder zur Seite stehen oder sogar im Haushalt helfen», schwärmt sie.
Auch für die Eltern der Kinder aus ihrem «Kinderchörli» findet sie nur lobende Worte: «Wenn wir für einen Auftritt Eltern suchen, die den Fahrdienst übernehmen, so ist das nie ein Problem. Und unsere Trachten sind alle von Müttern der Chormitglieder genäht worden.» Wenn sie von den Trachten spricht, muss Irma Schatt schmunzeln, denn sie bezeichnet sie politisch neutral als «Hinterthurgauer Fantasietracht aus dem Tannzapfenland».
Doch nicht nur der Kinderchor und die eigenen vier Kinder halten die umtriebige Dussnangerin auf Trab, sondern auch das familieneigene Unternehmen.
Eigene Unternehmung
Was vor 18 Jahren mit einem Traktor und einer Kleinballenpresse begonnen hat, hat sich mittlerweile zu einer Firma mit 20 Angestellten und zwei Lehrlingen entwickelt.
«Wir hatten unglaubliches Glück, dass wir immer zur rechten Zeit auf die richtigen Menschen getroffen sind», sinniert Irma Schatt rückblickend. Doch von Glück allein kann nicht die Rede sein, denn jahrelanges Arbeiten zeugen vom Fleiss, dem Optimismus und der Hartnäckigkeit von Irma und Urs Schatt. «Die Administration und das Personelle gehört zu meinen Aufgaben in der Unternehmung, mein Mann ist am liebsten draussen», erklärt die Unternehmersfrau.
Da sie zu Hause arbeiten könne, sei sie auch jederzeit für die Kinder erreichbar. Während des Gesprächs hat die einjährige Sarah gemütlich einen Schrank ausgeräumt. Mit hochroten Backen – die neuen Zähnchen machen sich bemerkbar – zerrt sie ihre Beute im Raum umher. Die Mutter blickt auf das angerichtete Chaos und lässt Klein-Sarah walten, wohl wissend, dass diese Beschäftigung dem Kind nicht schaden wird und hinterher auch schnell wieder aufgeräumt ist. «Wir haben unsere vier Kinder zur Selbständigkeit erzogen. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig», erklärt Irma. Soeben kommt Martina, die älteste Tochter, zur Tür herein. Die 14-Jährige nimmt sich der kleinen Schwester an, und Sarah ist selig. «Die drei Grösseren kümmern sich gern um die Kleinste, und die geniesst das sehr», schmunzelt die Mutter.
Selbst die Dauerbaustelle rund um das eigene Haus bringt die ausgeglichene Frau nicht aus der Ruhe. «Mein Mann packt die häuslichen Umbauten halt dann an, wenn in der Firma gerade eine Flaute herrscht, oder das Wetter dazwischen funkt», erklärt sie. Seit acht Jahren beherrscht im und um das Haus am Lärchenweg eine Dauerbaustelle die Szenerie. Entweder wird angebaut, umgebaut oder der Garten angepasst.
Freude und Stolz
Irma Schatt gelingt seit Jahren der anspruchsvolle Spagat zwischen Familie, Beruf und ehrenamtlichem Engagement. Dass sie nun vom «Wirtschaftsraum Südthurgau» zur «Südthurgauerin des Jahres» gewählt wurde, freut sie und macht sie auch ein bisschen stolz. Die Kinder des «Kinderchörlis» haben ihr mit einem bepflanzten Topf und einer selbstgebastelten Karte gratuliert. «Irma, du bist die beste», steht mit krakeliger Kinderschrift auf der Karte geschrieben. Die Augen der Dussnangerin leuchten, während sie den Topf im Arm hält. «Es rührt besonders, wenn etwas von Kindern kommt. » Zahlreiche Glückwünsche habe sie seit der Ehrung erhalten.
Die sympathische «Südthurgauerin des Jahres» strahlt erneut mit der März-Sonne um die Wette: «Das Schönste am Ganzen ist, dass sich so viele Menschen mit mir freuen.»
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