Tagblatt Online, 05. November 2009 01:05:16
«Mein Glaube ist mir wichtig»
Die Antiminarett-Initiative und Freidenkerplakate haben die Frage nach dem Glauben wieder ins Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt. Auch für 56 junge Menschen, die derzeit in Flawil auf dem Firmweg im Rahmen von Firmung ab 18 sind.
Flawil. Es brauche nicht erst solche Anlässe, um zum Nachdenken anzuregen. Junge Menschen sind auch sonst durchaus an Fragen des Glaubens und der Religion interessiert, sagt der Pastoralassistent Hans Brändle von der katholischen Kirche Flawil. «Das obige Zitat ist nur der Anfang einer Aussage eines der 56 jungen Men-schen, die momentan in Flawil auf dem Firmweg im Rahmen von Firmung ab 18 sind», so Brändle weiter. Im vollen Wortlaut laute es: «Ich mache den Firmweg, um meinen Glauben zu vertiefen.
Mein Glaube ist mir wichtig und daran arbeite ich.» Ganz ähnliche Aussagen über die Motivation der Jugendlichen, am Firmweg mitzumachen, kamen auch von den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Der Firmweg kommt gut an
«Ganz offensichtlich entspricht dieser Firmweg und die darin enthaltene Auseinandersetzung mit dem Glauben einem Bedürfnis der jungen Menschen», meint Brändle. Denn rund 80 Prozent des Jahrgangs machen an diesem freiwilligen Angebot motiviert mit.
Entsprechend positiv waren die Feedbacks bei den bisherigen Veranstaltungen: «Ich habe einen positiven Eindruck auf das Ganze gewonnen und freue mich auf jedes weitere Beisammensein. Super Team, gute Ideen!», schrieb einer der jungen Menschen am Starttag. «Ich wollte mich schon lange einmal mit der Bedeutung von Gott für mich auseinandersetzen. Jetzt habe ich endlich einmal die Gelegenheit und bekomme gute Impulse», so meinte eine andere. «Abwechslungsreiches, kreatives Arbeiten, gute Zusammenarbeit untereinander!», fand ein junger Mann.
«Vielen Dank für den schönen Tag!» und «Go on like this!», so einige weitere Feedbacks.
«Es wird auch spürbar, dass die jungen Menschen in der Auseinandersetzung mit ihrem Glauben auch immer mehr zu einer guten, tragenden Gemeinschaft zusammenwachsen», sagt Brändle weiter. Auf dem Firmweg solle ihnen aber auch bewusst werden, dass sie Teil einer grössern Gemeinschaft der Kirche sind, ja letztlich auch eine wichtige Mitverantwortung für die Zukunft der kirchlichen Gemeinschaft haben.
Wichtiges Wochenende
Darum möchten sie an diesem Wochenende ganz bewusst den Kontakt mit dieser Gemeinschaft suchen und die Gemeindegottesdienste am Samstagabend, 7. November, um 18.30 Uhr und Sonntagvormittag, 8. November, um 10 Uhr mitgestalten, indem sie dort einiges von dem einbringen, was sie auf dem Firmweg erleben.
Es wäre schön, wenn sie dort nebst ihren Firmpatinnen und Firmpaten und Familienangehörigen möglichst vielen weiteren Personen begegnen könnten. Eine herzliche Einladung an Jung und Alt.
In der St. Laurentius-Kirche (sie ist tagsüber durchgehend geöffnet) können bis Ende November auch die eindrücklichen Kunstwerke bestaunt werden, welche die jungen Menschen zu ihrem Gottesbild gestaltet haben. «Man bekommt nirgends sonst die Möglichkeit, sich so offen über die Frage nach Gott auszutauschen», meinte dazu einer der Firmkandidaten in seinem Feedback. (hb./bm.)
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