Tagblatt Online, 24. April 2010 01:04:15
Auf die jungen Menschen zugehen
Die Generalversammlung der Arbeitgeber Vereinigung (AGV) der Region Wil stand im Zeichen der sich wandelnden Informationstechnologien, der damit heranwachsenden Generation sowie deren Überführung in die Berufswelt.
silvan meile
wil. Der AGV liegen die jungen Menschen und deren erfolgreiche Eingliederung in die Berufswelt am Herzen. Präsident Peter Spenger erwähnte in seinem Jahresbericht am Donnerstagabend im katholischen Pfarreizentrum, dass die AGV ein Schwergewicht auf den Einstieg der Jugend in den Berufsprozess gelegt hat. Hierfür wurden bereits drei unterschiedliche Projekte gestartet, mit denen eine führende Rolle übernommen werde. So wird mit der Integrationskommission der Stadt Wil das Lehrstellenproblem untersucht.
Für die beste Maturaarbeit in Bezug auf Nachhaltigkeit wird ein Preis von 1000 Franken ausgeschrieben. Das grösste Projekt stellt «Triebwerk» dar. «Damit wird eine Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft geschaffen werden», erklärte Dieter Schenk bei der Präsentation des Projekts.
Schnittstelle zur Jugend
Mit den angegangenen Projekten will die AGV mithelfen, dass noch mehr Jugendliche nach der Schulzeit in eine Lehre oder Anlehre übertreten können.
«Rund 16 Prozent der Schulabgänger haben im letzten Jahr trotz Bemühungen keine solche gefunden», erwähnte Schenk. Zwar würden die Schüler um gute Noten bemüht sein, was für einen beruflichen Erfolg erwartet wird, sei ihnen aber oft unbekannt. Dort setzt nun das Projekt «Triebwerk» an und veranstaltet unter der Leitung einer externen Agentur fünf Workshops, um auf die Schüler der zweiten Oberstufe zuzugehen. Im Budget 2010 der AGV sind dafür 12 500 Franken vorgesehen.
Dank einer Zuwendung von 5000 Franken der Ernst-Göhner-Stiftung kann der budgetierte Verlust von 3600 Franken abgewendet werden. Die Jahresrechnung 2009 schloss mit einem Plus von rund 700 Franken. Dies jedoch nur, weil die Kosten von rund 4000 Franken für die Herbsttagung von der organisierenden Firma Schmolz und Bickenbach übernommen wurden.
Rücktritt Walter Engelhard
Im Jahresbericht ging Spenger aber auch auf die aktuelle Wirtschaftslage ein. «Selbst wenn sich die grössten Wogen der Wirtschaftskrise geglättet haben, hat sich die Ausgangslage nicht vereinfacht», stellte er fest. Noch immer würden Ungewissheit und Verunsicherung die Märkte prägen. «Die Wirtschaftsvertreter haben aber mit einem gesunden Firmen-Fundament, einer guten Strategie und der richtigen Mannschaft bewiesen, dass sie auch in unsicheren und ausserordentlich schwierigen Zeiten das Schiff unter Kontrolle halten können», so Spenger.
Der 1998 in den Vorstand eingetretene Walter Engelhard trat aus dem Vorstand der AGV zurück. Für ihn wurde der jetzige Leiter der Stihl Werke Wil und Bronschhofen, Joachim Zappe, als Nachfolger gewählt. Ansonsten fielen keine Vorstandswahlen an, wie auch keine Mitglieder-Anträge eingegangen waren.
Änderung der Kommunikation
Martin Kaiser und Michele Capobianco führten im Vorfeld der Generalversammlung den rund 60 versammelten Vereinsmitgliedern die sich verändernden Kommunikationsmöglichkeiten vor Augen. So würde der Wandel zum Mitarbeiter, der immer und jederzeit Zugriff auf unterschiedlichste digitale Informationen hat und im permanenten Austausch mit der Aussenwelt steht, in der heutigen Zeit vollzogen werden. Komplett ohne digitale Technik kam die Hackbrettformation «Anderscht» aus. Sie begleitete den Anlass gekonnt mit experimentellen Interpretationen von Volksliedern aus Java über Südamerika bis Irland.
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