Wo man sich noch kennt

WIL ⋅ Seit der Verschmelzung mit Bronschhofen vor knapp fünf Jahren zählt die Stadt Wil mehr als 23000 Einwohner. Immer noch, oder gerade deswegen sind die Quartiervereine besonders wichtig. Ein Augenschein bei der IG Hofberg-Scheibenberg.
07. Oktober 2017, 09:01
Roland P. Poschung

Roland P. Poschung

redaktion@wilerzeitung.ch

Allgemein gelten die Bewohner am Hofberg als reich und privilegiert. Nicht jede Familie kann sich diese Wohngegend leisten, da eine moderne 5-Zimmer-Wohnung bis zu 2,5 Millionen Franken kostet. Andreas Lorenz, Präsident der IG Hofberg-Scheibenberg, kennt die Thematik. Ihm wäre eine Vermischung von jungen Familien mit niedrigerem Budget auch lieber, aber der Markt bestimme die Preise. Anders sei es bei einem Überangebot leer stehender Wohnungen.

Das Gebiet der IG Hofberg-Scheibenberg umfasst das Letten-, Ölberg- sowie das Hofbergquartier. «Gemeinsam wollen wir Vorbilder für ein schönes und anständiges Miteinander sein. Hier grüsst man sich», sagt Lorenz.

Durch Austausch zu besserer Lebensqualität

«Der Zweck der IG besteht darin, die Interessen und den Austausch von Planungen zwischen der Stadtverwaltung und Bürgern innerhalb eines Quartiers zu fördern. Wir führen Veranstaltungen zur Wahrung der Interessen unseres Quartiers durch und vertreten diese bei der Stadtverwaltung», sagt Lorenz.

Themenschwerpunkte seien vor allem Schule, Verkehr, das Fahrverhalten bei Tempo 30, eine nachhaltige Umwelt sowie das Fördern der Wohn- und Lebensqualität durch sozialen Austausch. Die Mitgliedschaft in der IG könne jede natürliche oder juristische Person erwerben, die im Quartier lebe oder sich hier verbunden fühle. Gegenwärtig verfolge die IG Hofberg die Interessen von rund 150 Mitgliedern.

Wer mitmacht, hat laut Lorenz diverse Vorteile: Es kann an Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten gewonnen werden, speziell bei Veränderungen des öffentlichen Raumes im Quartier. Zudem könne man ein Netzwerk pflegen und die Nachbarschaft durch Anlässe und Begegnungen verschönern. Weiter sei die IG eine Anlaufstelle für eigene Wünsche und Quartieranliegen gegenüber dem Stadtrat. Mit weiteren Wiler Quartiervereinen steht die nächste Aussprache mit Stadtpräsidentin Susanne Hartmann am 2. November an.

Die Beitragsgebühr bei der IG beträgt zehn Franken pro Jahr. Dafür erhalten die Mitglieder pro Jahr zwei bis drei Einladungen zu Anlässen sowie eine Stimme an der Generalversammlung.

Und was ist der grösste Wunsch von Präsident Lorenz an interessierte Mitglieder? «Macht mit. Nicht meckern, lieber mitgestalten.»

Hinweis

Die «Wiler Zeitung» porträtiert in einer losen Serie die sieben ­Quartiervereine der Stadt Wil. Mit diesem Beitrag wird die Serie ­eröffnet.


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