Namen & Notizen

Wenn Spuhler die Worte fehlen, wird es interessant

07. Oktober 2017, 09:03

Der Thurgauer Unternehmer und ehemalige SVP-Nationalrat Peter Spuhler hält viel vom dualen Bildungssystem der Schweiz. «Wer hier eine Berufslehre absolviert hat, ist gut ausgebildet», sagte er am Forum der KMU Region Hinterthurgau. Nicht gerade viel hält er hingehen vom amerikanischen Bildungssystem. «Dort findet man kaum jemanden, der einen Schraubenzieher richtig in der Hand halten kann.» Da Spuhler mit seiner Stadler Rail dennoch ein Werk in den USA aufbaut, darf angenommen werden, dass die Züge aus Holzbrettern zusammengenagelt werden und nicht für den Export bestimmt sind. Doch weit gefehlt: Spuhler hat kurzerhand zwölf Thurgauer in die USA geschickt, um die Amerikaner anzulehren. Pech für die US-Holzwirtschaft.

David Angst, der Chefredaktor der «Thurgauer Zeitung», brachte Peter Spuhler am gleichen Forum arg in Bedrängnis mit der Frage, was dieser vom Brexit halte. Das verschlug dem redegewandten Erfolgsunternehmer für einige Augenblicke die Sprache. Als er sich etwas gefasst hatte, sagte er lächelnd: «Eine schwierige Frage.» Das war sie freilich nicht. Aber schwierig zu beantworten für einen ehemaligen Nationalrat der SVP, der einen grossen Teil seines Geldes in der EU und überhaupt im Ausland verdient. Er gab zu verstehen, der Brexit sei für die Briten wohl eher von Nachteil denn von Vorteil. Zur Schweiz meinte der Unternehmer und SVP-Mann, die Bilateralen seien der richtige Weg. Mehr EU wolle er aber nicht. Übersetzt könnte das etwa heissen: Freien Marktzugang für alle Schweizer in der EU, aber möglichst keine EU in der Schweiz. Brüssel wird applaudieren und es Spuhler mit einem Rosinenkuchen danken. (red)


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