Speckgürtel rückt in den Fokus

REGION ⋅ Das Fernwärmeprojekt Kirchberg-Wil könnte deutlich grösser werden. Gemeinden rund um die Stadt und aus dem unteren Toggenburg sind zu einem Infoanlass geladen. In Wil ist nächste Woche eine Hürde zu nehmen.
04. Dezember 2017, 07:29
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Was 2013 futuristisch und fast grössenwahnsinnig klang, ist nun Realität – zumindest teilweise. Nämlich das Fernwärmenetz, welches vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) aus die Gemeinden Kirchberg und Wil mit Wärme bedient. Im Oktober wurden erste Kunden in Bazenheid angehängt (unsere Zeitung berichtete).

Doch dabei dürfte es nicht bleiben. Eine zweite Bauetappe innerhalb Bazenheids Richtung Bahnhof ist in Planung, eine dritte bis zum Zeughaus könnte folgen. Auch für das Netz in Kirchberg sind die ersten Planungsarbeiten aufgenommen worden. Für die Umsetzung ist jeweils Voraussetzung, dass genügend Abnehmer gefunden werden.

1,3 Millionen für ein detailliertes Projekt

Auch in der Stadt Wil wird das Fernwärmeprojekt immer konkreter. Wenn sich die Stadtparlamentarier kommende Woche am Donnerstag in der Tonhalle treffen, um das Budget 2018 zu besprechen, wird es auch um einen Projektierungskredit für das Fernwärmenetz von 1,3 Millionen Franken gehen. Dies im Rahmen des Budgets der Technischen Betriebe Wil (TBW).

Dieser Projektierungskredit umfasst die Erarbeitung der kreditreifen Vorlage sowie die Vorbereitung einer Volksabstimmung. Auch in Wil würde der Bau in mehreren Etappen erfolgen. «Insbesondere für die erste Ausbauetappe wird eine gute Wirtschaftlichkeit angestrebt. Möglichst grosse Verbraucher sollen mit geringen Investitionskosten angeschlossen werden», sagt Stefan Hauser, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Wil.

Gemäss aktuellem Planungsstand sieht der Ablauf zeitlich so aus: Bis Ende des nächsten Jahres soll das Bauprojekt ausgearbeitet sein, sodass 2019 abgestimmt werden kann. Der Bau des Fernwärmenetzes könnte somit 2020 starten. Ab 2021 würden die ersten Kunden auf städtischem Gebiet mit Fernwärme aus Bazenheid bedient werden. Voraussetzung ist, dass ein juristisches Geplänkel mit Einsprachen und Rekursen vermieden wird. Die genaue Linienführung innerhalb der Stadt Wil steht noch nicht fest. Sie hängt auch davon ab, welche Unternehmen sich anschliessen lassen. Besonders interessant wären Grossunternehmen wie das Spital Wil. Womöglich wird das Fernwärmenetz aber noch deutlich grösser als ursprünglich geplant. Laut Claudio Bianculli, Geschäftsführer des ZAB, ist es technisch möglich, im Toggenburg auch die Gemeinden Lütisburg und einen Teil von Bütschwil-Ganterschwil mit Fernwärme zu bedienen. In die andere Richtung rückt der Wiler Speckgürtel, wie die Gemeinden rund um die Äbtestadt genannt werden, in den Fokus. Für den 15. Februar 2018 ist ein Infoanlass für Behörden geplant, zu welchem – neben Lütisburg, Bütschwil-Ganterschwil, und Kirchberg – auch die Gemeinden Wilen, Rickenbach, Jonschwil, Zuzwil, Münchwilen und Sirnach eingeladen sind.


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