Wiler Quartier ist Versuchskaninchen für anderes System bei der KUH-Bag

WIL ⋅ Ein Quartier der Stadt ist seit einem Jahr Versuchskaninchen für den KUH-Bag. Im Gegensatz zum Land wird der Sammelsack mit dem übrigen Kehricht abgeholt. Dabei kommt jeden Monat eine Tonne zusammen.
06. Dezember 2017, 05:22
Jonas Manser

Jonas Manser

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Seit einem Jahr werden in einem Quartier der Stadt fleissig KUH-Bags gefüllt. Nach rund 100 Gemeinden im Thurgau wurde das Projekt ebenfalls auf die Stadt Wil ausgedehnt. Dabei wird eine Strassensammlung im südwestlichen Quartier durchgeführt. Während in den Gemeinden das Bring-Prinzip gilt, werden in der Stadt die KUH-Bags mit dem übrigen Kehricht eingesammelt.

In einem Pilotversuch konnten private Haushalte in über 100 Gemeinden im Thurgau ihre Kunststoffsammlung abgeben. Nach der zweijährigen Versuchsphase war klar: Der KUH-Bag des Zweckverbandes Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) und des Verbandes Kehrichtverbrennungsanlage Thurgau (KVA) kommt gut an. Die Verbände konnten eine jährliche Sammelmenge von 500 Tonnen verzeichnen. Das geglückte Pilotprojekt wird weitergeführt, das System weiter optimiert. Zehn Prozent der Haushalte, das sind rund 40000 Einwohnerinnen und Einwohner, nutzten bereits das Sammelsystem.

Gute Ausbeute auch in der Stadt

Die Ausbeute sei nach einem Jahr auch in der Stadt Wil gut, sagt Urs Corradini, Leiter Geschäftsbereich Sortierwerk Bazenheid und Easydrives. Die Zwischenbilanz: Eine Tonne pro Monat wird eingesammelt. «Die Abfallentsorgung ist effizient und die Qualität der eingesammelten Materialien gut. Die Haushalte des südwestlichen Quartiers verwenden die KUH-Bags korrekt und füllen sie mit den richtigen Abfällen.» Es sei nun wichtig, weitere Erfahrungen zu sammeln und die erhobenen Daten zu erhärten, begründet Corradini die einjährige Verlängerung des Projektes. Da die ZAB zum Start des Versuchs in der Stadt einen Sack gratis an jeden Haushalt verteilte, sammelten sie anfangs noch überdurchschnittlich viel ein. Dies habe sich mittlerweile eingependelt und die Menge sei seither stabil, sagt Corradini. «Die Bewohner sind überzeugt, mit der Verwendung des KUH-Bags etwas Gutes zu tun.» Um die Verhaltensunterschiede in der Abfalltrennung zwischen der Stadt und dem Land zu untersuchen, führte die ZAB mit der EMPA eine Analyse durch. Dafür wurde je eine halbe Tonne in Kreuzlingen und in Bazenheid analysiert.

Die Jahreszeit am Abfall erkennen

«Der Unterschied ist marginal», sagt Corradini. Man erkenne eher die Jahreszeit am Inhalt. Im Frühling habe es mehr Blumentöpfe in der Sammlung. Der Hauptunterschied von Stadt und Land liege vor allem in der Distanz, welche die Personen zurücklegen müssen, um die Säcke zu entsorgen. Deshalb bemühe sich die ZAB, auf dem Land so viele Rücknahmestellen wie möglich anbieten zu können. Zurzeit gebe es bereits 60. Wie sich das Projekt weiterentwickle, könne man nicht sagen. «Es ist noch zu früh, um konkrete Aussagen machen zu können», so Corradini.
 

Was gehört in den KUH-Bag?

Der KUH-Bag ist ein Sammelsack für gemischte Kunststoffe. Erhältlich sind die Säcke beim ZAB an den üblichen Verkaufsstellen sowie im Einzugsgebiet der KVA Thurgau in allen Postfilialen. Im Angebot stehen ein 60-Liter-Sack zu 20 Franken sowie ein 35-Liter-Sack zu 14 Franken pro Zehnerrolle. In den KUH-Bag gehören: Shampoo- und Waschmittelflaschen, Öl- und Essigflaschen, Lebensmittelverpackungen, aber auch Blumentöpfe, Eimer, Kanister oder Tragtaschen. (jm)

Weitere Informationen unter: www.kuh-bag.ch


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