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Tagblatt Online, 24. August 2010 07:20:00

Von der Sonne angetrieben

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Mit Feuereifer versuchten die grossen und kleinen Besitzer der Mini-Solarmobile schon bem Start die Nase vorn zu haben.

WIL. Auf der Oberen Bahnhofstrasse lockte am Samstag das Minimobil-Solarrennen Schaulustige an. Die kleinen Flitzer, ausgestattet mit Solarzellen, brachten die zehn Meter lange Rennstrecke zum Teil innert zwei Sekunden hinter sich.

Monique Stäger

Die kleinen Nasen reichen zum Teil gerade mal an die Kante der Rennstrecke, aber der Feuereifer ist riesig. Filigrane Holzkonstruktionen, ausgestattet mit grossen, schimmernden Solarzellen werden von ihren kleinen und grossen Konstrukteuren sorgfältig auf die zehn Meter lange Holzbahn gesetzt. Der Start erfolgt auf Knopfdruck durch die Rennleitung, dann geht es los.

Einige der Solarmobile sausen in hohem Tempo auf die Ziellinie zu, andere kriechen gemächlich vom Start bis ins Ziel. Woran das liegt? Während die Besitzer der Siegermodelle jubeln, versuchen die Besitzer der Problemgefährte sofort, dieses Manko zu beheben, nehmen ihr Gefährt sorgfältig aus der Bahn und begeben sich zum Stand mit Ersatzteilen und Werkzeug. Dort wird die Solarzelle neu gerichtet, Drähte werden kontrolliert oder die Gummiüberzüge der Räder ersetzt.

Viel Zeit bleibt für solche Reparaturen nicht, denn schon ruft der Rennleiter Christoph Bartholdi die Teilnehmer zum erneuten Start.

Final der Besten

Am Minimobil-Solarrennen in der Oberen Bahnhofstrasse traten die Teilnehmer mehrmals an. Während der Vorläufe ging jeder gegen jeden ins Rennen. Im Finallauf massen sich noch die drei Besten untereinander. Bereits zum zwölften Mal fand das jährliche Rennen der Mini-Solarfahrzeuge in Wil statt.

Organisiert wurde es von der Regionalgruppe Nordostschweiz der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES).

«In diesem Jahr haben wir deutlich weniger Anmeldungen, als in den vergangenen Jahren», bedauerte Christoph Bartholdi, Vorstandsmitglied des SSES. «Leider findet dieses Jahr aus Zeitgründen nur dieses eine Rennen statt», so seine Erklärung. In den Vorjahren habe man jeweils einen Solarcup mit verschiedenen Rennen durchgeführt.

So wurde jeweils ein Tagessieger gekürt, und jedes einzelne Rennen wurde zusätzlich zum Solarcup gewertet, so dass zum Schluss ein Schweizer Meister erkoren wurde. «2011 werden wir diesen Cup wieder anbieten», versprach Bartholdi.

Abkühlung erzeugt Spannung

Ziel dieser Veranstaltung sei es, der Bevölkerung den Nutzen der Sonnenenergie näherzubringen. Nun, an diesem Samstagnachmittag brannte die Sonne vom wolkenlosen Wiler Himmel. Die Solarzellen der Fahrzeuge wurden mit einem Maximum an Energie versorgt und liefen auf Hochtouren.

«Bis zu zwei Watt Leistung können die Motoren bei dieser Sonneneinstrahlung bringen», weiss Bartholdi.

Eine Tatsache, die besonders gewiefte und routinierte Rennteilnehmer dazu brachte, zwischen den Rennen die Temperatur der Solarzellen ihrer Rennwagen mittels eiskalter Kühlelemente zu senken. «Das erhöht die Spannung, mein Wagen ist dann noch schneller», so die Erklärung der Routiniers.





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