Tagblatt Online, 07. August 2009 01:02:53
Sich die Zeit selbst einteilen können
Jérôme Oesch säubert den iPod sorgfältig, bevor er nach gelungener Reparatur die Einzelteile wieder zusammensetzt. (Bild: Bild: eg.)
Sommerjob (Teil 4): Der Kantonsschüler Jérôme Oesch aus Niederwil kann sich in seinem Sommerferienjob seine Arbeitszeit grösstenteils selbst einteilen. Im Gegensatz zu vielen andern, kann er von seinem Zuhause aus arbeiten, denn er repariert auf Anfrage iPods und iPhones.
Esther Germann
Während andere ihren Ferienjob in Fabrikhallen, Büros und Schulen antreten, kann der 18-jährige Jérôme Oesch aus Niederwil seine Arbeit von zu Hause aus erledigen. Der Schüler repariert iPods und iPhones. «Ich habe auch schon andere Ferienjobs gemacht», erzählt er. So habe er in der Druckerei Flawil gearbeitet und eine Zeit lang regelmässig bei Züger in Oberbüren ausgeholfen. Doch am besten gefalle habe es ihm bei Schmolz und Bickenbach in Bronschhofen.
«Ich hätte auch diesen Sommer dort gearbeitet, doch wegen der Finanzkrise vergaben sie in diesem Jahr weniger Ferienjobs», so Oesch. «Es hat mir immer Spass gemacht dort, vor allem weil ich die Leute mittlerweile kenne und lässig finde.» Doch alles in allem sei es doch schöner, zu Hause arbeiten zu können. Obwohl der sonnige Garten lockt, repariert der 18-Jährige die Geräte normalerweise lieber in seinem Zimmer. «Der Wind bläst mir sonst ständig wieder die Teile weg», ist seine Erklärung dazu.
So schnell wie möglich flicken
Wie genau er auf die Idee, iPods und iPhones zu reparieren, gekommen sei, kann sich Jérôme Oesch nicht mehr erinnern. Es sei einfach eine Marktlücke gewesen, denn mittlerweile habe fast jeder einen iPod oder ein iPhone. «Simon Michel und ich hatten diese Idee und gingen zuerst getrennte Wege. Er hat es dann besser umgesetzt und bekam zu viele Aufträge, die er dann an mich weitergab.» Mittlerweile floriere das Geschäft so sehr, dass, obwohl zusätzliche Mitarbeiter hinzugekommen seien, nur noch iPhones repariert werden.
«Die iPods lohnen sich nicht mehr, die Arbeit an ihnen ist komplizierter, und wir bekommen auch nicht mehr so viele Reparaturaufträge», erklärt er. Für die Ausübung seiner Arbeit habe er nichts lernen müssen, da sie relativ simpel sei. Er habe sich die für die Reparaturen notwendigen Kenntnisse selbst beigebracht. Wann er die Reparaturen vornehmen will, kann er sich selbst einteilen. «Im Prinzip gilt es, die Aufträge so schnell wie möglich auszuführen.
» Sein persönlicher Rekord sei dabei zwanzig Minuten, doch bis zu einigen Stunden könne der Arbeitsaufwand dauern.
Zeit, für die Schule zu arbeiten
«Momentan habe ich nicht wirklich viel zu tun. Normalerweise habe ich mehr Aufträge. Man merkt, dass die Leute vom Büro aus ihre Aufträge schicken, doch jetzt sind ja noch Ferien», sinniert der Schüler. Einen Mehraufwand würden zurzeit die vielen fehlerhaften Ersatzteile der letzten Lieferung verursachen.
Deshalb arbeite er auch an seiner Maturaarbeit, dem Projekt, die Website ihrer Firma «I-technique» zu erneuern. «Viel machen kann ich noch nicht, ich warte noch auf das bestellte Grafikpaket», sagt er. Und auch für die Vormatura nach den Sommerferien müsse er sich noch vorbereiten.
Sinnlos ausgegeben
«Das verdiente Geld habe ich immer ziemlich sinnlos ausgegeben. Aber das Geld für die Autoprüfung habe ich bereits zusammen», meint Jérôme Oesch. «Eigentlich mache ich dies schon wegen des Geldes», führt er weiter aus.
«Ich repariere das ganze Jahr hindurch», so der junge Unternehmer, also sei es streng genommen kein «richtiger» Ferienjob. «Aber ich arbeite, wenn andere in meinem Alter Ferien machen», meint er weiter, so gesehen sei es auch ein Sommerferienjob. In einem Jahr ist der Schüler mit der Kantonsschule fertig, doch seine Arbeit will er dann nicht aufgeben. «Ich finde, es ist ein guter Nebenverdienst während des Studiums», erklärt er. Jérôme Oesch möchte Wirtschaftsinformatiker studieren, doch ob in Basel oder im näher gelegenen Zürich, hat er noch nicht entschieden.
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