Tagblatt Online, 28. August 2010 01:03:19
Klare Strategie wird vermisst
Der Postulant Norbert Hodel, FDP, zeigte sich mit der ausführlichen stadträtlichen Antwort «Städtische Standort- und Wirtschaftsförderung» (Wiler Zeitung 19. August) an der Parlamentssitzung vom Donnerstag «teilweise zufrieden». In seiner Stellungnahme bedauerte er die lange Dauer von rund zwei Jahren bis zur Beantwortung. Er kritisierte zudem die vorgesehene kurzfristige Massnahme, eine Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitenden einzusetzen: Standortförderung sei klar Chefsache.
Die vorgeschlagenen Varianten – Arbeitsgruppe oder Outsourcing an den Verein «Regio Wil» – seien nicht die Einzigen: Es gebe in Wil auch eine private Organisation für Wirtschafts- und Standortförderung, leider werde diese Option nicht erwähnt. Der Bericht lasse grundsätzlich eine klare Strategie und ein Bekenntnis zum Ziel der Standortförderung vermissen und verkomme daher zu einer «Fleissarbeit» – wenn auch einer mit 17 Seiten sehr ausführlichen. Guido Wick, Grüne prowil, rief das Stadtparlament dazu auf, mitzuhelfen, den Standort Wil zu fördern.
Dies könne erreicht werden, indem eine Politik betrieben werde, die die Stadt in allen Belangen attraktiv erhalte oder mache – von guten Schulen über hochwertigen Wohn- und Lebensraum bis hin zu konsequenter Lärm- und Verkehrsbekämpfung oder hin zu guten Angeboten der Kinderbetreuung. Dies sei wertvoller und wirkungsvoller als die Stelle eines Standortförderers. Das Postulat wurde abgeschrieben. (sk.)
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