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Tagblatt Online, 31. August 2010 01:05:24

Ein Open-Air für die Wiler Szene

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Die Drops setzen auf Ska und liessen das Publikum vor der Musicum-Bühne ausgelassen tanzen. (Bild: Bilder: mf.)

Am Samstag fand auf dem Marty-Areal das zweite Musicum Open-Air statt. Bands aus Wil und Umgebung traten auf und bewiesen, dass die Szene nicht nur lebt, sondern eine grosse Vielfalt zu bieten hat. Auch der zeitweise einsetzende Regen vermochte die Stimmung nicht zu trüben.

Mario Fuchs

So richtig nach Open-Air war jenen Musikfans, die am Samstagnachmittag den Weg ins Marty-Areal fanden, nicht zumute. Das Thermometer zeigte frühherbstliche 12 Grad an. Das Line-up allerdings liess fest darauf hoffen, dass das Gebotene auf der Bühne neben dem Musicum Instrumenten-Shop von Geschäftsführer und Organisator Adi Baumgartner die Stimmung des Publikums im Nu heben würde.

Gegen den Regen angespielt

Mischtig Ais und Twisted Tail, zwei Bands der Musikschule Hinterthurgau, meisterten die schwierige Aufgabe, das Publikum aufzuwärmen, mit Bravour. Um 16 Uhr nahmen die vier Herren von Mono Circus aus Tobel Gitarren und Mikrophone in die Hand, um mit ihrem kraftvollen Rock die Zuhörerschaft vollends aufzuwecken.

Der leicht verzerrte Gitarrensound, die kräftigen Drums und der düstere Gesang vermochten die dunklen Regenwolken noch einige Minuten lang zu vertreiben.

Intelligenter Rap

Doch bereits eine halbe Stunde später überlegte es sich Petrus anders, als er die durchdachten Rap-Zeilen von Soundnomad und MC Toubi erhörte.

Die zwei Rapper aus dem Hinterthurgau, welche zusammen die Formation 3rad bilden, zeigten sich virtuos und gaben nebst den Songs ihres taufrischen Albums «Ohrgasmus» auch einige improvisierte Freestyle-Raps zum Besten. Unterstützt wurden sie hierbei durch – zum Wetter herrlich kontrastierende – sonnige Reggae-Beats von Milight.

Das Publikum liess sich vom nassen Segen nicht beirren und übte sich vor der Bühne fleissig in Kopfnicken und Mitsingen und bildete so das vierte Rad am musikalischen 3rad.

Geheimtip aus Uzwil

Die Sonne endgültig mit im Gepäck hatte dann aber die Uzwiler Formation Neckless. Sie zog den Reggae-Faden ihrer Vorgänger weiter und präsentierte in der plötzlich aufgetauchten, heiter strahlenden Abendsonne ihre eingängigen, innovativen Popsongs aus der Feder von Sänger und Saxophonist Marcel Sprenger.

Was dann folgte, war grosses Kino: Die durchgehend gezeigte Spielfreude – besonders Daniel Sprenger an Piano und Synthesizer – griff sofort auf das Publikum vor der Bühne über, das fleissig mit der Band mitklatschte und -hüpfte. Auch ein Song namens «Rainy Days» beschwor die Regenwolken nicht wieder herauf.

Vielfältig und spürbar lebendig

Im Anschluss legten Phase Rot aus Zuzwil mit ihrem humorvollen Mundart-Punk los. Mit Eintreten der Dunkelheit und einem weiteren, leider spürbaren Temperaturabfall wurde es danach Zeit für die Drops. Die Ska-Grossformation – sie stand auch schon zu zehnt auf der Bühne – trat für einmal etwas dezimiert an, was den Effekt ihrer Musik aber keineswegs verminderte. Vor der Bühne wurde wild gegen die Kälte angetanzt. Für einen krönenden Abschluss sorgten ab 22 Uhr Aimee Cares, die mit ihren melodischen Rock-Krachern der spürbar lebendigen Wiler Musikszene nochmals ein stolzes Gesicht verliehen.





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