Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 10. Januar 2009 01:01:29

Aufgaben- und Nachhilfe für randständige Kinder in Ecuador

Zoom

Angela Suter mit ihren Schützlingen im Hilfswerk «Minadores de Sueños» in Ecuador. (Bild: Bild: zVg.)

Angela Suter besuchte das südamerikanische Land Ecuador und lernte dort als Volontärin beim Hilfsprojekt «Minadores de Sueños» die Kultur, die Menschen und das Leben kennen.

Simone Greuter

«Minadores de Sueños» oder anders gesagt: «Menschen mit Träumen». Die ehemalige Schülerin der Kantonsschule Wil, Angela Suter, lebte fünf Monate als Volontärin in Ecuador. Dort versuchte sie, die Schulbildung der Kinder aus ärmeren Familien zu fördern. «Ich wollte schon immer nach Südamerika – nicht um zu reisen. Bei einem Hilfsprojekt kann man die Menschen, die Kultur und das Leben viel besser kennenlernen», erzählt Angela Suter. Ihr Traum wurde wahr, als ein Freund der Familie die Schweiz besuchte. «Marco Nyffeler ist der Projektleiter von <Minadores de Sueños> und lebt schon seit zehn Jahren mit seiner Frau in Ecuador. Er konnte mich für diese kleine Land begeistern», so Angela Suter. Im März 2007 war es dann so weit, die damals 20-Jährige stieg in den Flieger nach Quito, die Hauptstadt von Ecuador.

Schwerpunktfach Spanisch

«Die Stadt liegt auf 3000 Metern, und die Kälte war schon gewöhnungsbedürftig. Ja, in Quito war es kalt, und ich dachte, in Südamerika gibt es nur warmes Wetter», sagt Angela Suter schmunzelnd. Doch sonst hatte die angehende Volontärin keine Mühe, sich anzupassen. Dank des Schwerpunktfachs Spanisch an der Kantonsschule in Wil war die Sprachbarriere in Ecuador nicht allzu gross. Die ersten Tage nach ihrer Ankunft im neuen Land verbrachte Angela Suter vollumfänglich mit ihrer Gastfamilie. «Ich ging mit ihnen zum Gottesdienst, und sie zeigten mir den südlichen Teil der Stadt.» Die Hauptstadt Quito sei in zwei Hälften geteilt. «In der südlichen Seite leben die reichen Menschen und in der nördlichen Seite nur die Armen», erklärt Angela Suter traurig. Natürlich hat sie im nördlichen Teil der Stadt gearbeitet. Dort seien die hilfsbedürftigen Kinder zu finden. So fuhr die Volontärin jeden Tag von der reichen in die arme Welt, wo Menschen zerstört am Bordstein sitzen und Kinder aus der Mülltonne essen.

Aufgabenhilfe

Die Arbeit gefiel Angela Suter in Ecuador gut. Morgens half sie beim Aufbau des Gebäudes und am Nachmittag machte sie mit den Kindern Hausaufgaben und gab Nachhilfe – sofern nötig. «Die Mädchen und Jungs dort waren so dankbar, wenn man ihnen nur schon ein wenig Aufmerksamkeit schenkte.» Die Kinder – oder auch Minadores genannt – lernen bei diesem Projekt auch viel über Recycling. So hatten sie im Sommer eine Sonderwoche, in der die Kinder aus der Stadt rauskamen und die Natur erleben durften.

Abschied von Quito

Der Abschied von Quito fiel der 21-Jährigen schwer, «nicht zuletzt weil mir alle Kinder Abschiedskarten gebastelt haben». Doch nach fünf Monaten freute sich Angela Suter auch wieder auf die Familie und Freunde in der Schweiz.

«Die Zeit, die ich in Ecuador verbracht habe, war unheimlich schön und hat mir fürs Leben sehr viel gebracht. Ich möchte unbedingt nochmals ein oder zwei Monate im Hilfsprojekt verbringen, nur schon um zu sehen, wie es all den Kindern in der Zwischenzeit geht», freut sich Angela Suter.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / ipad

iPad und E-Paper

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: