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Tagblatt Online, 23. August 2010 08:09:00

«Jetzt hab ich auch einen Donizetti»

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Susanne Kasper, Initiantin und Seele des Openairs, feierte begeistert die Dernière mit. (Bild: Bild: can.)

WIL. Am Samstagabend ist zum letzten Mal das Verdi Openair Classic über die Bühne gegangen. Für zahlreiche Helfer allerdings ist es noch nicht zu Ende: Jetzt geht das Aufräumen los.

Carola Nadler

Es summt wie in einem Bienenstock, Samstagnacht im Gewölbekeller des Hofs zu Wil. In einem sehr freudig erregten Bienenstock, muss gesagt werden. Gelächter, Gläser klingen aneinander, es wird geschoben und Apérohäppli balanciert. Nicole Bosshard, in Jeans und Bluse, strahlt, wenn auch etwas müde wirkend – immerhin klingelte zwischen zwei Verdi-Wochenenden jeder Tag um viertel nach fünf der Wecker – und tauscht mit ihren Chorkolleginnen Anekdoten der vergangenen Aufführungen aus.

Derweil sich Alexander Trauner noch voller Euphorie und in einem schwarzen T-Shirt mit eine «Demetrius»-Aufdruck wenig begeistert zeigt von den dreieinhalb Kilo gesponserten Pralinés: «Na, i brauch was Rechts». Sein «Ruhe!» schliesslich bringt das Stimmengewirr souverän zum Verstummen, um Susanne Kasper die Gelegenheit zu geben, ihre Dankesworte auszusprechen.

Vereinszustupf

Eine Dernièrenfeier ist immer der Moment für eine erste Bilanz und diese strahlte am Samstagabend erst einmal nur Positives aus. Anstelle eines Verdi-Balles hatte man es vorgezogen, den beteiligten Vereinen – dem Chor zu St. Niklaus, dem Männerchor Concordia und dem Orchesterverein – etwas mehr ins Kässeli zu zahlen, darum war die Idee des Dernièren-Umtrunks entstanden.

Und wie OK-Mitglied Hans Osterwalder berichten konnte, sind die Besucherzahlen nach einem ein klein wenig unsicheren Start ins diesjährige Openair doch noch nach oben geschnellt, sodass am Freitag mit Sicherheit gesagt werden konnte, dass der Vereinszustupf ausgezahlt werden kann. Susanne Kasper, Initiantin und Seele des Verdi-Openairs fasste das gelungene Konzept, Verdi mit einem anderen Komponisten zu ergänzen, zusammen: «Bisher war ich in Verdi verliebt – jetzt habe ich auch noch einen Donizetti.

» Hochs und Tiefs seien durchgestanden worden, aber sämtliche Rückmeldungen hatten gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg waren und sind – und damit legte Susanne Kasper bereits die ersten Fundamente zu einer weiteren Openair-Saison.

Mit Stolz dankte sie allen Beteiligten, nebst den visuell präsenten Mitwirkenden auch all den zahlreichen unsichtbaren Mitarbeitenden im Hintergrund: Den Technikern, der Orchesterkoordinatorin, den Billett-Verkäufern, Decken-Vermietern und Platzanweisern.

Einen besonderen Dank richtete Susanne Kasper an ihren Mann Gery, der eigenhändig die Znüni-Brötli für den Zivilschutz gestrichen hatte. «Vielleicht bin ich ein bisschen verrückt», fasste sie ihr Engagement zusammen – «ich hoffe, dass es noch lange so bleibt.»

Es ist vorbei

«Res severa verum gaudium» – Wahre Freude ist eine ernste Sache.

Mit diesem Zitat blickte Kurt Pius Koller auf eine intensive Zeit voller Arbeit und Ernsthaftigkeit zurück, doch diese Investition sei von dankbaren Publikumsherzen vervielfältigt zurückgekommen. Er habe gespürt, wie Augenblicke reinen Glücks gezaubert worden waren.

Während drinnen noch weiter angestossen wird, rollen draussen auf dem Hofplatz Renato Müller und Ruedi Allensbach ihre Kabel auf und packen die ersten Verstärker in ein Auto – es ist vorbei.





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