Tagblatt Online, 27. Juli 2010 01:02:21
Musicalstar Matthias Meier spielt Dante
Mit Matthias Meier ist ein Degersheimer im hochkarätig besetzten Ensemble des Walensee-Musicals «Die schwarzen Brüder» in der Rolle des Dante vertreten.
Bernard Marks
Degersheim. Auf der Walensee-Bühne sind vom bis 21. August bekannte Gesichter anzutreffen. Neben Schweizer Musicalgrössen wie Florian Schneider, Christoph Wettstein, bestens bekannt als Dänu aus dem Erfolgsmusical «Ewigi Liebi», sowie dem Publikumsliebling Patric Scott ist auch der Österreicher Bernhard Viktorin zum wiederholten Mal zu Gast in Walenstadt. Der Deutsche Janko Danailow spielt die Rolle des Alfredo.
Die 26 Profidarsteller, das Liveorchester und ein imposantes Bühnenbild vor der eindrücklichen Naturkulisse am Walensee versprechen die einmalige Inszenierung eines erneut berührenden Stücks Schweizer Geschichte – «Die schwarzen Brüder».
Kein unbeschriebenes Blatt
Auch ein Degersheimer ist mit von der Partie. Der 24-jährige Matthias Meier ist trotz seines jugendlichen Alters bereits ein erfahrener Darsteller in der Musicalszene.
In Degersheim SG aufgewachsen, schliesst er in diesem Jahr die Ausbildung zum Musicaldarsteller an der StageArt Musical and Theatre School in Adliswil ZH ab. Die ersten Bühnenerfahrungen sammelte er allerdings bereits mit seiner Hauskatzen-Dressurnummer «Mätthis Katzen-Symphonie», mit welcher er u. a. im «Dschungelbuch» auftrat. Sein Musicaldebüt gab er im Stück «Pippi im Taka Tuka Land» als Thommy. Zuletzt spielte Matthias Meier in «Little Shop of Horror» die männliche Hauptrolle des Seymour.
Nun freut er sich, in diesem Sommer als Dante auf der Walensee-Bühne zu stehen.
Berührende Geschichte
Der Tessiner Junge Giorgio wird von seinem Vater Roberto an Luini, den Mann mit der Narbe, verkauft. Der harte Winter, die Trockenheit, eine tote Kuh und der gebrochene Fuss der Mutter zwingen die arme Familie zu diesem Schritt. Unterwegs von seinem Dorf im Verzascatal nach Locarno, lernt Giorgio Alfredo kennen.
Luini bringt die beiden Jungen nach Mailand, wo sie für ihre Kaminfegermeister in die russigen Kamine steigen müssen, ein hartes Leben führen und verhöhnt werden. Kraft gibt ihnen nur der Bund der «Schwarzen Brüder», die tiefe Freundschaft zwischen den Jungen, welche das Schicksal verbindet. Dank dem Luganer Arzt Dr. Casella, der Giorgio bei einem Arbeitsunfall rettet, gelingt es einigen der «Schwarzen Brüder», zurück in die Schweiz zu fliehen. Nur Alfredo stirbt vorher an den Folgen seiner strengen Arbeit und der harten Lebensumstände.
Noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Schweiz Kinder aus armen Familien als Verdingkinder bei Pflegefamilien platziert. Dabei wurden sie in erster Linie als billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft eingesetzt. Ein Musical also, welches nicht nur wegen seiner malerischen Kulisse des Walensees sehenswert ist.
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