Tagblatt Online, 10. August 2010 01:01:34
Lotto einmal ganz naturnah
Am vergangenen Sonntag fand in der Egg das sechste Kuhfladenlotto statt. Trotz des etwas nassen Wetters war der Besucherandrang gross, die Spannung nicht minder.
Carola Nadler
Flawil/Egg. Die Kuhdamen Flora, Herta, Regula, Halla, Lili und Foxi nahmen es gelassen, ihnen ging die Spannung und Aufregung der Lottospieler am sprichwörtlichen «Kuharsch» vorbei. Friedlich rupften sie ihr Gras, liessen sich auf der Wiese nieder und kauten mit gelassen-entrücktem Blick wieder. Nicht nur diese Ausgeglichenheit, sondern sogar dieses Niederlassen erregte grösstes Interesse: Im «Hirsche-Lotto» wurde getippt, welche Kuh sich auf welchem Feld niederlässt.
In Grenzfällen – die natürlich auch beim «Schiisse» und beim «Saiche» auftraten – gab es dann einen Challenge-Entscheid zu treffen: Wie viel lag auf der Linie? In welchem Feld lag der grösste Teil von Kuh oder Fladen?
Zusammen mit Erwin und Susanne Schweizer sowie dem «Hirschen»-Ehepaar Di Roma hatten Lotti und Franz Rechsteiner wieder Kühe und Land zur Verfügung gestellt, um bereits zum sechsten Mal das Kuhfladenlotto durchzuführen. «Kuhlotto gibt es auch an anderen Orten», informierte Erwin Schweizer.
Doch das Egger Kuhfladenlotto sei einmalig. Nirgends sonst wird das Lotto mit sechs Kühen durchgeführt. Wetter oder Zuschauer störten die Kuhdamen nicht, in den sechs Jahren seien ihm keine Stress-Symptome aufgefallen, meint Franz Rechsteiner, und wer meint, ein Kuhkenner sei beim Lotto im Vorteil: «Sogar ich selbst kann bei meinen eigenen Kühen nicht voraussagen, wann sie scheissen werden». Dennoch, es gibt Tricks: «Ich muss schauen, welches die älteste Kuh ist», heisst es beispielsweise von einer Zuschauerin. Leiden Kühe wohl auch unter Blasenschwäche?
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