Kindergarten steht auf der Kippe

LÜTISBURG ⋅ Mehr und mehr Kinder werden in Lütisburg beschult. Trotzdem wird immer wahrscheinlicher, dass die beiden Schulstandorte ab dem Jahr 2020 im Neudorf zusammengelegt werden. Im November findet dazu eine ausserordentliche Bürgerversammlung statt.
14. September 2017, 05:20
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

In Lütisburg wird der Schulraum knapp. Wurden vor vier Jahren noch 133 Schüler in der Primarschule und im Kindergarten gezählt, so wird die Anzahl bis zum Schuljahr 2019/2020 gemäss ­Berechnungen der Schulbehörde auf 182 ansteigen. Dies entspricht einem Plus von mehr als 36 Prozent innerhalb von nur sechs Jahren. Bereits jetzt ist es eng. «Aktuell könnten wir keine zusätzliche Klasse aufnehmen und es ist auch kein Thema, den vor ein paar Jahren errichteten Pavillon wieder zu schliessen», sagt Schulpräsident Josef Rütsche.

Es verdichten sich die Anzeichen, dass es trotz dieser Ausgangslage bald nur noch einen Lütisburger Schulstandort geben wird. Bis anhin wird nahe der Abzweigung Richtung Tufertschwil der Kindergarten Oberdorf betrieben und mitten im Dorf die Primarschule Neudorf. Nachdem der Schulrat einen Zusammenschluss bei einer ersten Prüfung noch verworfen hatte, weil er laut Rütsche «eine Schuhnummer zu gross» gewesen wäre, sagt der Schulpräsident nun: «Die Konzentration auf einen Standort ist sehr wohl eine Option.»

Turnhalle: Neubau statt Sanierung

Diese neuen Erkenntnisse gehen mit einer Machbarkeitsstudie einher, welche beim Wattwiler Architekturbüro Schällibaum in Auftrag gegeben worden ist. Nun liegt diese vor. Bei der Schule sind die Pläne modular aufgebaut, womit die Flexibilität erhalten werden soll. «So kann das Projekt ohne grossen Mehraufwand angepasst werden», sagt Rütsche. In der Beurteilung der Behörde spielt auch eine Rolle, dass im Neudorf sowieso Bauarbeiten bevorstehen. Die Turnhalle ist in einem schlechten Zustand und entspricht punkto Grösse nicht mehr den heute gängigen Normen. Mittlerweile ist man sich im Schulrat einig, dass ein Neubau erstellt werden soll. Die heutige Halle und die Abwartwohnung müssten weichen. Eine Weiterverwendung von Teilelementen würde eine moderne Neukonzeption verhindern und wäre andererseits kostenintensiv, schreibt der Schulrat im aktuellen Lütisburger Mittelungsblatt. Wie gross die neue Halle sein wird und ob ein Bühnenraum dazugehören wird, ist noch nicht entschieden. Der Schulrat will sich auch hierbei möglichst alle Optionen offen halten.

Das letzte Wort haben die Stimmbürger. Sie werden entscheiden, wie es in der Schulraum-Thematik weitergeht. Dabei könnten die Kosten das Zünglein an der Waage spielen. Rütsche will sich noch nicht äussern, wird das aber an einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 28. September tun. Dabei wird auch die Machbarkeitsstudie präsentiert. Er sagt: «Diese Bauvorhaben werden eine Auswirkung auf den Steuerfuss von 135 Prozent haben.»

Gemeinde- und Schulrat ziehen am gleichen Strick

Ein Meilenstein wird der 17. November dieses Jahres sein. Dann lädt die Schulgemeinde zu einer ausserordentlichen Bürgerversammlung in die Turnhalle, um über den Projektierungskredit abzustimmen.

Somit verfolgen nun in Lütisburg Schul- und Gemeinderat das gleiche Ziel. Beide bezeichnen die derzeit laufenden Planungen als «Generationenprojekt». Und weiter: «Es wäre für die Primarschule Lütisburg ein starkes Zeichen, wenn im Sommer 2020 zur 50-Jahr-Feier der Schulverschmelzung der Neubau ein­geweiht werden könnte.» 1970 ­waren in Lütisburg konfessionell ­getrennte Schulen aufgehoben worden.

Hinweis

Ein Informationsanlass zur Machbarkeitsstudie und dem weiteren Prozess findet am Donnerstag, 28. September, 20 Uhr, in der Turnhalle Lütisburg statt.


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