Ein letztes Mal am Mercato

ZUCKENRIET ⋅ Einst waren es drei Stände, die vor der Galerie Fueterchrippe platziert waren. Der Zuckenrieter Mercato ist gewachsen und wegen des besonderen Kunsthandwerks bekannt geworden. Nun soll Schluss sein.
30. September 2017, 05:19
Zita Meienhofer

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

«Die letzten Marktnotizen», titelt Bea Wildhaber auf der Einladung zum diesjährigen Herbstmarkt, der ausserhalb ihrer Galerie Fueterchrippe auf der Zuckenrieter Dorfstrasse stattfindet. Der Herbstmarkt – oder Mercato – wie Bea Wildhaber ihn nennt. Sie, die seit jeher vom südländischen Flair angetan ist, wird diesen ein letztes Mal zusammen mit der Marktkommission organisieren. Die Mitglieder der Marktkommission hätten schon letztes Jahr angekündigt, dass sie aufhören wollten, Nachfolger seien keine gefunden worden, erklärt Bea Wildhaber. Noch ein letztes Mal werden deshalb Frida Brändle und Isabelle Föllmi für die Beizli zuständig sein, wird Bauchef Alois Beer die Stände bereitstellen und wird Bea Wildhaber die Marktfahrer nach Zuckenriet holen.

Der Markt ist von Jahr zu Jahr gewachsen

Inspiriert von ihrer Liebe zur Buntheit und zum Zauber südlicher Märkte brachte Bea Wildhaber vor 33 Jahren ihre Sachen aus der «Fueterchrippe» erstmals an einem Marktstand auf der Strasse an die Frau und an den Mann. Neben ihrem Stand waren noch jener des Holzspielsachen-Herstellers und einer mit Flohmarktsachen. Im folgenden Jahr motivierte die umtriebige Bea Wildhaber ihre Nachbarin, Sachen aus dem Garten und Eingemachtes anzubieten. Von Jahr zu Jahr reihten sich mehr Stände aneinander. Hinzu kamen eine Töpferin, ein Korber, eine Spinnerin, eine Hutmacherin. «Immer mehr Kunsthandwerker entdeckten unseren Mercato», sagt Bea Wildhaber. Kunsthandwerker der besonderen Art, die diesen Herbstmarkt auch zu einem aussergewöhnlichen Markt werden liessen. Und, etwas Unterhaltung und etwas für den Gaumen durfte es auch sein. So wurde die «Määrtsuppe» ausgeschenkt, Souvlaki und Retsina waren in der Griechischen Taverne erhältlich, gab es Süsses und Kaffee, wurde Risotto gekocht und wurden Marroni feilgeboten. Schliesslich entstand die «Määrtbeiz», und auf dem Vorplatz war Drehorgelmusik zu hören. «Aus einer kleinen Idee entstand ein gemütliches Zuckenrieter Herbstfest», sagt Bea Wildhaber, und verschweigt nicht, «es war möglich, weil auf die Unterstützung von der Familie, Nachbarn, Freunden und Helfenden aus dem Dorf gezählt werden konnte.»

Hoffnung auf Weiterführung des Marktes

«Ich habe schon etwas Angst vor diesem Tag, er wird mich emotional berühren», sagt Bea Wildhaber. «Wahnsinnig schade», findet es auch Markus Lehmann. Er war während 23 Jahren Marktchef und hat vor zwei Jahren aufgehört. Zeitgleich hatte er versucht, eine neue Trägerschaft zu finden. Das allerdings klappte nicht. Die Hoffnung, dass dieser Markt, den er als Treffpunkt für die Bevölkerung der Gemeinde beschreibt, weitergeführt wird, hat er noch nicht ganz aufgegeben. Er ist überzeugt, dass es Leute gibt, die diesen Anlass weiterhin organisieren werden. «Es ist ein spezieller Markt, das haben mir die Marktfahrer immer wieder bestätigt», sagt Lehmann.

Hinweis

Der Herbstmarkt findet am Samstag, 7. Oktober, von 10 bis 17 Uhr auf der Dorfstrasse statt.


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