Das Kathi Wil steht auf der Kippe

WIL ⋅ Aus fünf mach zwei: Der Wiler Stadtrat hat betreffend Zukunft der heutigen Mädchen-Sekundarschule St.Katharina die Anzahl der Möglichkeiten auf zwei reduziert. Nur bei einer hat das Kathi weiterhin Bestand.
07. Dezember 2017, 05:20
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Die Fragen beschäftigen in der Äbtestadt schon seit mehreren Jahrzehnten: Wie weiter mit der Mädchenschule St.Katharina? Ist es noch angebracht, eine Schule nur für das eine Geschlecht zu führen? Haben künftig auch Realschüler Zugang? Fest steht einzig, dass es das Kathi in der heutigen Form in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird.

Der Stadtrat hat gestern verlauten lassen, dass für ihn zwei Modelle im Raum stehen, wie die Wiler Oberstufenschülerinnen und -schüler künftig beschult werden sollen. Bei der ersten Variante gibt es zwei öffentliche Oberstufen und zusätzlich eine Schule St.Katharina, an der Mädchen und Knaben unterrichtet werden. Es handelt sich um das sogenannte Modell B. An den öffentlichen Schulen dürfte der Anteil Knaben die 60-Prozent-Marke nicht übersteigen, jener der Mädchen müsste bei mindestens 40 Prozent liegen. Das Kathi hätte eine minimale Zielgrösse von rund 150 Schülerinnen und Schülern. Die optimale Grösse würde sich auf 180 Jugendliche mit zusätzlichen 40 Realschülerinnen und je 20 Sek- und Realschülern belaufen. Der Vorteil dabei: Knaben und Realschulmädchen könnten separat, also seedukativ, beschult werden, wie es heute nur Sekundarschulmädchen offen steht. Da es in diesem Modell nur noch zwei öffentliche Oberstufen geben würde, ergeben sich für den Stadtrat «aus betrieblicher und pädagogischer Sicht einige Vorteile». Die Zusammenstellung der Klassen könnte optimiert werden und ein breites Wahlfachangebot würde ermöglicht. «Trotzdem bleiben die Grössen der Schulen überschaubar», schreibt der Stadtrat. Die Stiftung der Schule St.Katharina wäre weiterhin ein Bildungspartner der Stadt Wil.

Nächstes Jahr im Stadtparlament

Die zweite Möglichkeit, das Modell D, kann kurz und bündig beschrieben werden: In der Stadt Wil gibt es drei öffentliche Oberstufen, ohne Schule St.Katharina. Dieses Modell habe von vielen Anspruchsgruppen Zuspruch erhalten. Die Stiftung Schule St.Katharina wäre nicht mehr von Bedeutung. «Alle Jugendlichen würden unter einem Dach koedukativ gefördert», schreibt der Stadtrat. Will heissen, dass es keine reinen Mädchenklassen mehr gäbe. Auch dieses Modell vereinfache die Klassenbildung und ermögliche ein breites Wahlfach-Angebot, schreibt der Stadtrat. Hierbei würde für die Stadt als Volksschulträger eine hohe Planungssicherheit entstehen. Zudem seien keine spezifischen Abstimmungen mit einem anderen Bildungsanbieter nötig.

Für diese beiden Modelle werden nun eine betriebliche Konzeption und eine entsprechende Schulraumplanung erstellt. Danach werden die beiden Modelle in einer sogenannten Nutzwertanalyse gegenübergestellt. Geplant ist, dass die Kathi-Frage im Herbst 2018 ins Stadtparlament kommt und behandlet wird. Dann soll über den Bericht des Stadtrats, der bis dahin vorliegt, befunden und über die Kathi-Zukunft abgestimmt werden.


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