Von der Leseratte zur Autorin

Die Oberuzwilerin Bettina Bellmont veröffentlichte kürzlich ihren ersten Fantasy-Roman «Am Tag der Schwarzen Vögel». Die zwanzigjährige Autorin will auch weiterhin Bücher schreiben – und die schreiben sich bei ihr fast von selbst.
31. Juli 2010, 01:05
Bernard Marks

Oberuzwil. Was vielen Autoren in ihrem gesamten Leben verwehrt bleibt, hat die Oberuzwilerin Bettina Bellmont bereits geschafft – sie hat ihr erstes Buch veröffentlicht. Ein grosser Erfolg für die angehende Studentin der Germanistik und Japanologie. «Am Tag der Schwarzen Vögel» ist nicht nur seit kurzem offiziell im Buchhandel erhältlich, sondern der Fantasy-Roman wurde bereits in den Bestand einiger Bibliotheken aufgenommen. «Aber bis zur Veröffentlichung war es ein langer Weg», erzählt die Zwanzigjährige beim Treffen mit der Wiler Zeitung.

Mit vierzehn begonnen

«Ich bin durch das Lesen zum Schreiben gekommen», berichtet Bettina Bellmont. Irgendwann hatte sie die Technik der verschiedenen Schriftsteller durchschaut. «Ich habe so viele Bücher gelesen, dass ich anfing, selber Geschichten zu erfinden und diese aufzuschreiben», erinnert sich die Jungautorin. Das war allerdings schon in der fünften Klasse. Damals hat sie bereits einige längere Geschichten verfasst.

Die ersten Sätze für das aktuelle Buch «Am Tag der Schwarzen Vögel» hat sie vor sechs Jahren geschrieben. Da war sie erst vierzehn Jahre alt. Bei jeder Gelegenheit schrieb sie ihre Ideen nieder und tauchte ein in eine intensive Welt voller Farben und Phantasie. «Wenn ich anfange zu schreiben, weiss ich vorher nicht wie es weitergeht», erklärt Bettina Bellmont ihre Art und Weise, wie sie ein Buch schreibt. Manchmal kennt sie das Ende, oder nur ein Szene aus der Mitte der Geschichte. Die Worte fliessen fast automatisch aus ihrer Feder. «Die Geschichte schreibt sich fast von selbst», sagt sie. Mit Kopfhörern auf den Ohren und schöner Musik vergisst Bettina Bellmont beim Schreiben Zeit und Raum.

Von Mangas inspiriert

Drei Jahre hat Bettina Bellmont an ihrem Roman geschrieben. Über das Internet habe sie dann einen Verlag gesucht, und nach einigen Versuchen schliesslich einen in Österreich gefunden, der ihr Buch veröffentlichen wollte. Dann ging alles ziemlich schnell. «Kontakt hatte ich lediglich per E-Mail und über das Internet», berichtet Bettina Bellmont. Heute ist sie froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Denn auch wenn sie einen finanziellen Beitrag für das Buch leisten musste, habe sich die Investition für sie persönlich gelohnt. «Schreiben macht mich glücklich», sagt sie mit einem leidenschaftlichen Leuchten in den Augen. Das Studieren sei lediglich ein Notfallplan. Immerhin – nur wenige Autoren können von der Kunst des Schreibens leben.

Nach ihrem einjährigen Praktikum in der Redaktion der Wiler Zeitung, welches Bettina Bellmont in dieser Woche mit Bravour beendet hat, beginnt sie im Herbst mit ihrem Studium. Vor allem möchte sie Japanisch lernen, denn die Erzählkunst der japanischen Mangas haben es ihr derzeit angetan. «Das Storytelling ist beeindruckend schön», sagt Bettina Bellmont.

Ihr lesenswertes Buch «Am Tag der Schwarzen Vögel» ist im Österreichischen Verlag Novum publishing GmbH erschienen und hat rund 400 Seiten.


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