Gemeinderat lehnt Gesuche für Kiesabbau und Aushubdeponie ab

29. November 2013, 02:29
ZITA MEIENHOFER

OBERBÜREN. «Ich nehme den mutigen Entscheid des Gemeinderats mit Freude und sehr überrascht zur Kenntnis», sagte Michael Hungerbühler, Präsident der Interessengemeinschaft (IG) Depo-Nie Oberbüren. Die IG hatte sich im Frühjahr zum Ziel gesetzt, gegen geplante Grossdeponien vor der Haustüre zu kämpfen. Er freue sich, so Hungerbühler, dass der Gemeinderat die Interessen eines Grossteils der Bevölkerung der Gemeinde wahrnehme und gemäss des Leitbilds gehandelt habe. Hungerbühler ist sich allerdings bewusst, dass die Projekte noch nicht vom Tisch sind. «Aber ein erster Meilenstein haben wir erreicht.»

Kanton und Gemeinde prüften

Worum geht es? Holcim (Schweiz) AG hatte ein Gesuch zur Vorprüfung eingereicht. Im Gebiet Sonnenberg, am westlichen Dorfrand von Niederwil, will der Konzern Kies abbauen. Zugleich hatte die Arbeitsgemeinschaft Brunner Umweltservice AG, Flawil, und Heinz Kaiser AG, Oberbüren, ein Gesuch zur Vorprüfung einer Aushubdeponie in der Ruetwis, nordöstlich des Dorfes, vorgelegt. Kanton und Gemeinderat waren während mehreren Monaten mit der Prüfung beschäftigt. Gestern gab der Oberbürer Gemeinderat seinen Beschluss bekannt: Er lehnt beide Gesuche ab.

Wichtige Fragen unbeantwortet

Der Gemeinderat hat sich während der vergangenen Monate intensiv mit den Vorhaben beschäftigt, hatte Experten zugezogen, Kiesabbaugebiete und Aushubdeponien besucht, wohnte einer Sprengung bei, begutachtete mit einem beauftragten Ingenieurbüro die möglichen Auswirkungen eines Kiesabbaus auf Mensch und Natur und prüfte das Gebiet Sonnenberg vor Ort auf mögliche Beeinträchtigungen. Seine ablehnende Haltung begründet der Rat vor allem in der Unvollständigkeit der Unterlagen der Gesuchsteller. «Verschiedene wichtige Fragen sind offen, deshalb haben wir formell abgelehnt», erklärt Andrea Taverna, Gemeindepräsident von Oberbüren.

Für das Kiesabbauprojekt hat der Rat Holcim seine Forderungen formuliert. Darin verlangt er unter anderem eine angemessene finanzielle Entschädigung. Ein Thema, worüber bislang nur geschwiegen wurde. Taverna bestätigt, dass im bisherigen Gesuch kein Betrag zur Entschädigung enthalten gewesen sei. «Der Gemeinderat erwartet nun bei einem neuen Gesuch einen Vorschlag von Holcim», so der Gemeindepräsident.


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