Erfolg mit «Sparbrause»

Das Ergebnis der Sparbrausenaktion in Uzwil übertrifft die kühnsten Erwartungen. 1650 Haushalte bestellten eine oder mehrere Sparbrausen.
17. Juni 2011, 01:09

Uzwil. Somit sparen 30 Prozent der Haushaltungen ohne Verzicht. Damit setzen fast doppelt so viele Haushalte wie erwartet ein positives Zeichen – mit enormen Auswirkungen auf die Umwelt.

In den meisten Haushalten verbraucht die Warmwasseraufbereitung nach der Heizung am zweitmeisten Energie. Wenn die Warmwasseraufbereitung mit fossilen Brennstoffen wie Öl und Erdgas erfolgt, entsteht eine grosse Menge an klimaschädlichem CO2.

Komfort behalten

Mit der Aktion «Mit gutem Gefühl duschen» wollten die Technischen Betriebe Uzwil in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung CO2, Energie und Wasser einsparen. Mit sparsamen Duschbrausen kann der Wasserverbrauch ohne Einbussen im Komfort um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Ende Jahr bleibt wegen des geringeren Energie- und Wasserverbrauchs mehr Geld im Portemonnaie.

1650 Haushalte machen mit

Das Klimaschutzprojekt der Technischen Betriebe Uzwil fand enormen Anklang. Von den 5400 angeschriebenen Haushalten nutzten 1650 das Angebot und bestellten eine oder mehrere Sparbrausen. Mit der Bestellung mussten Informationen rund um das Duschverhalten und die Warmwasseraufbereitung offengelegt werden.

Aufgrund dieser Informationen lassen sich die Auswirkungen der Aktion berechnen. Diese Berechnungen erfolgten aufgrund der Informationen der Kunden durch ein externes, spezialisiertes Unternehmen, welches die Aktion begleitete.

3000 Megawattstunden gespart

Durch den Einsatz der Sparbrausen können in der Gemeinde Uzwil jährlich 3000 Megawattstunden Energie eingespart werden. Eine enorme Menge. Sie entspricht jährlich etwa dem gesamten Energieverbrauch der Uzwiler Eishalle in drei Jahren. Oder dem Fünfjahresverbrauch der Uzwiler Strassenbeleuchtung. Damit erfüllt die erfolgreiche Aktion die energiepolitischen Ziele der Energiestadt Uzwil.

Im Vordergrund steht, Wärmeenergie einzusparen und effizienter einzusetzen. Mit keiner anderen Massnahme lassen sich mit vergleichbarem Aufwand derart hohe Verbesserungen umsetzen. Auch weitere Zahlen der Aktion sind eindrücklich. Die Aktion spart jährlich 540 Tonnen CO2, 75 000 Kubikmeter Wasser und Abwasser sowie den Konsumentinnen und Konsumenten schlussendlich 450 000 Franken Energie-, Wasser- und Abwasserkosten.

Warmwasser mit Strom

Die Daten zeigen auch, dass vergleichsweise hohe 20 Prozent der Haushalte, welche Sparbrausen bestellten, ihr Warmwasser mit Strom erzeugen. Entsprechend besteht in diesem Bereich grosses Potenzial, den Stromverbrauch durch den Umstieg auf andere Energieträger – etwa auf die solare Warmwasseraufbereitung – stark zu reduzieren. Eine positive Erkenntnis auch im Hinblick auf die Diskussionen um die zukünftige Stromproduktion in der Schweiz.

Hohe Akzeptanz

Die Tech. Betriebe schneiden sich mit der Aktion ein Stück weit ins eigene Fleisch. Sie müssen mit stagnierendem Gas- und Wasserabsatz rechnen. Dem Versorgungsunternehmen ist der Klimaschutz aber wichtiger.

Das gute Ergebnis und die hohe Akzeptanz spornen Technische Betriebe und Energiestadt Uzwil an, die Ökoeffizienz in verschiedenen Bereichen zusammen mit der Bevölkerung weiter zu steigern. (gk.) ?


Leserkommentare

Anzeige: