Sie führte 22 Jahre lang das Bahnhofs-Buffet in Buchs

BUCHS ⋅ Am Dienstag, 5. Dezember, feiert Ruth Gmünder, die ehemalige Geschäftsführerin des Bahnhof-Buffets, an der Technikumsstrasse ihren 90. Geburtstag. Noch immer zelebriert sie ihre Gastfreundschaft.
04. Dezember 2017, 20:34
Der 5. Dezember 1927 war nicht nur wegen ihrer Geburt ein besonderer Tag. Denn so ist sie auf den Tag genau gleich alt wie König Bumibold von Thailand. Allerdings wurde Ruth Gmünder nicht in einem Königspalast geboren, sondern auf dem Schweizer Konsulat in La Paz, Bolivien. Die ersten neun Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Südamerika. Ein Quechua-Kindermädchen passte auf sie auf. Ihre Mutter fragte besorgt den Doktor, weshalb das Kind nicht spreche, die kleine Ruth konnte sprechen – aber nur Indianersprache. Traurigerweise hat das Mädchen wohl nicht viel Zeit mit seiner Mutter verbracht.
 

Von der Familie getrennt aufgewachsen

Eine komplette Trennung von ihrer Familie fand dann 1936 statt, als die neunjährige Ruth ganz allein in die Schweiz geschickt wurde, um von da an mit ihren Grosseltern in Arbon zu leben. Ihre Grossmutter gab ihr von Anfang an zu verstehen, dass sie nicht willkommen war.

Ruth Gmünder besuchte nach der Volksschule die Handelsschule in Romanshorn und die Hotelfachschule in Zürich, wo sie dann ihren zukünftigen Mann Werner Gmünder kennenlernte. Zusammen führte das Paar zuerst das kleine Hotel Bellevue in Arbon und ergriff später die Gelegenheit, das Bahnhof-Buffet in Buchs zu übernehmen. 22 Jahre lang blühte Ruth Gmünder als «Patrona» im Buffet auf. Sie zeigte sich ihren Gästen gegenüber sehr interessiert, viele wurden auch gute Freunde der Familie. 

Als die Buffetzeit sich zum Ende neigte und ein neues Kapitel, die Pensionierung, vor der Tür stand, versetzte sie ihre Gastfreundschaft ganz einfach nach Hause. Unzählige Male lud sie Bekannte zu einem Kaffee oder Essen ein.
 

Geburtstagsfest im Sommer vorgezogen

Auch deshalb feierte sie mit einem grossen Gartenfest ihren 90. Geburtstag vorzeitig an einem strahlenden Sommertag, wozu auch der Musikverein Buchs-Räfis ein unvergessliches Ständchen brachte. So bewirtete Ruth Gmünder einmal mehr ihre zahlreichen Gäste. Zu guter Letzt schwang sie auch noch begeistert das Tanzbein zu den Akkordeonklängen des Musikanten. 

In der «Nachbuffetzeit» ergriff Ruth Gmünder das Reisefieber. Sie bereiste viele Länder und kehrte immer mit wunderbaren Erlebnissen nach Hause zurück. Jetzt geniesst sie ihren wohlverdienten Ruhestand im Kreise ihrer Familie und hat nach wie vor ein gutes Wort übrig für jedermann, den sie im «Dorf» trifft. Nicht selten heisst es darum auch jetzt noch: «Komm doch vorbei auf einen Kaffee.» (pd)

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