Hämmern, was das Zeug hergibt

BUCHS ⋅ Der Ansturm auf die Kinderbaustelle des KOJ Werdenberg ist enorm: Schon in den ersten Tagen bohrten und sägten im Schnitt über sechzig Kinder pro Tag. Während dreier Wochen wird so die Lust am Werken ausgelebt und der Zusammenhalt gefördert.
07. Oktober 2017, 09:32
Mengia Albertin

Mengia Albertin

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Hinter dem Bahnhofgelände wird zurzeit gearbeitet, als ob es kein Morgen gäbe. Es werden Holzlatten herumgetragen, mit dem Akkubohrer Schrauben in stabile Wände gebohrt und über Bauvorhaben diskutiert. Niemand streitet, jammert oder steht abseits mit leeren Händen: Die Kinderbaustelle des Kompetenzzentrums Jugend KOJ findet auch im zweiten Jahr grossen Anklang. Bereits nach wenigen Tagen sind Hütten und zukünftige Paläste zu entdecken. Die Kinder sind mit grossem Eifer und sichtlichem Stolz bei der Sache.

Letztes Jahr hatten die Veranstalter sich entschieden, dass mehr Betreuungspersonen nötig sind. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt sich schon nach den ersten Tagen: Am ersten Tag bauten rund vierzig Kinder, an den zwei darauffolgenden Tagen waren es über achtzig. Die Veranstalter sind mit neunzig Helmen ausgerüstet. «Es ist super, dass so viele Kinder hier sind. Alle sind richtig motiviert und geben sich Mühe», sagt ein Mitarbeiter. «Ich hoffe, dass genug Material da ist.» Baufirmen aus der Region stellen das Material zur Verfügung. Es handelt sich um «Abfallware» ihrer Betriebe.

Gebaut wird, worauf Lust da ist

Kinder jeden Alters sind auf der Baustelle willkommen. Sie müssen sich anmelden und Eltern hinterlegen für Notfälle eine Telefonnummer. Das Angebot ist gratis, Schutzhelme werden ebenfalls unentgeltlich ausgehändigt. Die Betreuer unterstützen die Kinder, lassen ihnen aber grösstenteils freie Hand bei ihren Arbeiten. Der Grossteil der Eltern nutzt die freie Zeit in den Ferien für sich und lässt sie selber arbeiten. Die Kinder bleiben jeweils eine bis zwei Stunden hier auf dem Platz.

Gebaut wird, worauf gerade Lust da ist. Die Kinder arbeiten zusammen an einem Bau. Ist an einem nächsten Tag jemand anderes anwesend, so arbeitet dieser am Werk weiter. Ohne Teamwork geht nichts. Wird mal ein Finger statt des Nagels getroffen, ist das nicht so schlimm. Nach einer Verschnaufpause wird sofort weitergearbeitet. Es gibt ein «Barhäuschen» mit Getränken – Pausen dürfen bei dem tüchtigen Arbeiten nicht vergessen gehen.


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